Tiroler SID-Beamter wegen sexueller Übergriffe vor Gericht

Feldkirch –  Ein ranghoher Mitarbeiter der Tiroler Sicherheitsdirektion muss sich am Donnerstag wegen geschlechtlicher Nötigung und Missbrauchs der Amtsgewalt vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten.
Der Anklage zufolge soll der Spitzenpolizist eine Kandidatin bei einer Aufnahmeprüfung für den Flughafensicherheitsdienst in Innsbruck zu sexuellen Handlungen genötigt haben. Im Fall einer Verurteilung drohen dem Mann bis zu fünf Jahre Haft.

Der Spitzenpolizist ist wegen der Vorwürfe seit November 2009 vom Dienst suspendiert. Ihm wird zur Last gelegt, den Prüfungserfolg der Frau von sexuellen Leistungen abhängig gemacht und sie in seinem Büro bedrängt zu haben. Zudem wird der Mann beschuldigt, in seiner Funktion als Abteilungsleiter Testberichte von Sicherheitskontrollen am Innsbrucker Flughafen verfälscht ans Innenministerium weitergeleitet zu haben.

Angezeigt wurde der Beamte im Herbst 2009 von der Chefin des mutmaßlichen Opfers. Auch eine weitere Arbeitskollegin soll von dem Mann ein ähnliches unmoralisches Angebot bekommen haben.

Staatsanwaltschaft Feldkirch führte die Ermittlungen

Um jeden Anschein einer allfälligen Befangenheit gegenüber dem Beamten zu vermeiden, wurden die über ein Jahr dauernden Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Feldkirch geführt. Aus demselben Grund findet auch der Prozess in Feldkirch statt. Zur Verhandlung unter dem Vorsitz von Richter Peter Mück sind insgesamt elf Zeugen geladen.

Wegen des Verdachts der Verdunkelungsgefahr wurde der Beamte 2009 ein Wochenende in der Feldkircher Justizanstalt festgehalten und nur unter der Auflage entlassen, mit den beiden Frauen nicht in Kontakt zu treten. Ein Antrag auf Untersuchungshaft wurde damals abgelehnt, seither befindet er sich auf freiem Fuß.

APA

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