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Hund nach Bissattacke in Steiermark eingeschläfert

Der American Staffordshire Terrier verlor einen Zahn
Der American Staffordshire Terrier verlor einen Zahn ©APA (Archiv)
Nach der Hundeattacke am Wochenende im südsteirischen Straß wurde das Tier eingeschläfert. Dies bestätigte der Verein "Aktiver Tierschutz Steiermark", der mit dem Tierheim in Straß eng zusammenarbeitet, am Montagnachmittag. Grund war aber nicht nur die Bissattacke, sondern auch neurologische Auffälligkeiten. "Der Hund erlitt einen epileptischen Anfall", sagte Nadine Harrer vom Tierschutz-Verein.

Sie schilderte, dass Pfleger nach dem Angriff des Hundes in Straß rund drei Stunden benötigt haben, um das Tier ins Auto zu bringen und nach Graz zu fahren. "Der Hund versuchte auch die Pfleger zu beißen." Angekommen in der Arche Noah wurde das Tier noch einmal genau untersucht und dabei entdeckte man neurologische Aussetzer. Später erlitt der American Staffordshire Terrier auch noch einen epileptischen Anfall. "Unsere Ethikkommission mit zwei Medizinern, Leuten aus dem Vorstand, Pflegern und der Hundetrainerin entschieden sich angesichts aller Umstände für die Einschläferung", sagte Harrer.

Auslöser für die Attacke am Samstag war laut Harrer eine Markisenstange. Als man den Hund dann für den Transport nach Graz einfangen musste, reagierte er auch auf einen Besen und die Fangstange aggressiv. Weshalb er diese Reaktion zeigte, sei unklar. Der Besitzer gab weder aggressives Verhalten noch die neurologischen Aussetzer im Formular an. Für das Heim war er außerdem bis Montag noch nicht erreichbar.

"Wir wollen ihn wegen grober Fahrlässigkeit anzeigen", hieß es seitens des Tierheims. Man geht davon aus, dass der Wiener vom Bissverhalten wusste: "Er hätte uns die Wahrheit sagen können. Wir hätten den Hund trotzdem aufgenommen, ihn dann aber sofort nach Graz gebracht." In der Arche Noah gibt es für Hunde, die nach dem Ampelsystem des Vereins als rot eingestuft werden, spezielle Räumlichkeiten ohne direkten Kontakt zu den Pflegern.

Der Zustand der 54-jährigen, freiwilligen Helferin, die die 18-Jährige am Wochenende vor dem Hund geschützt und dabei schwerste Verletzungen an den Unterarmen erlitten hat, war am Montag stabil. Die Frau wurde am LKH Graz notoperiert. "Sie wird demnächst auf die Normalstation verlegt werden", sagte Patricia Lebo von der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie der APA.

Der Hund hatte sich in die Unterarme der Frau verbissen. In einem Arm steckte sogar ein Zahn des Vierbeiners, "er ist schon beim Verbandabnehmen herausgefallen", schilderte die plastische Chirurgin. Die Muskulatur wurde von den Bissen schwer geschädigt. "Es wird noch mehrere Operationen, vor allem am Streckapparat, brauchen, damit wieder eine gute Funktion erzielt wird", urteilte die Medizinerin.

Bei der schwer verletzten Frau handelt es sich um die Mitgründerin des Tierheims in Straß. Sie hat seit Jahren ehrenamtlich dort gearbeitet und viel Hundeerfahrung. Als sie die 18-jährige Kollegin im Zwinger schreien hörte, ging sie hinein und dazwischen, schilderte Harrer. Die Steirerin erlitt schwerste Verletzungen an den Unterarmen. Auch die 18-jährige Angestellte wurde schwer verletzt.

Die Polizei will den Akt nun der Staatsanwaltschaft Graz übermitteln. Der Verein will nun noch mehr Vorkehrungen treffen: Die Trainerin soll die abgegebenen Hunde zusätzlichen Tests unterziehen und auch die Tierärzte werden ihre Untersuchungen ausweiten, kündigte Harrer an. Entscheidend bleibe aber, dass die Besitzer die Wahrheit über ihre Tiere sagen.

(APA)

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