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Terror-Verdacht: Anschlag auf Wiener Stephansdom sei geplant gewesen

Die Polizei verschärfte in Wien die Sicherheitsmaßnahmen.
Die Polizei verschärfte in Wien die Sicherheitsmaßnahmen. ©APA/GEORG HOCHMUTH (Sujet)
In den vergangenen Tagen wurde spekuliert, dass ein Terror-Anschag auf den Wiener Stephansdom geplant sei. Die Polizei verstärkte daher ihre Sicherheitsmaßnahmen, so Philipp Haßlinger gegenüber der APA am Montagvormittag.
Polizei verstärkt Präsenz bei Events zu Weihnachten

Das Landesgericht für Strafsachen hat am Montag über jene drei Terror-Verdächtige die U-Haft verhängt, die vor Weihnachten in einer Flüchtlingsunterkunft in Wien-Ottakring von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden sind. Sie sollen einem Länder übergreifenden radikalislamistischen Terror-Netzwerk angehören, das Anschläge auf den Kölner Dom und den Stephansdom erwogen haben soll. Die drei mutmaßlichen Terroristen - zwei Männer und eine Frau - bestreiten die Vorwürfe.

Drei mutmaßliche Islamisten in U-Haft in Wien

Als Haftgründe nahm das Landesgericht Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr an, wie Gerichtssprecherin Christina Salzborn auf APA-Anfrage bekannt gab. Die drei hätten sich vor der Journalrichterin, die den U-Haft-Beschluss fasste, "nicht geständig gezeigt", sagte Salzborn. Zwei Verdächtige akzeptierten ungeachtet dessen die Entscheidung des Gerichts, die somit bis 8. Jänner rechtswirksam ist. Ein Beschuldigter legte dagegen Beschwerde ein.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen terroristischer Vereinigung

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Trio wegen terroristischer Vereinigung (§278b StGB) in Verbindung mit terroristischer Straftaten (§278c StGB). Im Zug einer Hausdurchsuchung waren bei den drei mutmaßlichen Islamisten Datenträger - darunter ihre Mobiltelefone - sichergestellt worden, die nun ausgewertet werden. Dabei sollte sich zeigen, ob es einen Bezug zur Terrorgruppe "Islamischer Staat Provinz Khorasan (ISPK)" gibt, über den zuletzt in Medienberichten spekuliert worden war. Einen solchen hatte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nina Bussek, auf APA-Anfrage vorerst nicht bestätigt.

Die Weihnachtsgottesdienste in der Hauptstadt verliefen am Sonntag ohne Zwischenfälle. In den letzten Tagen wurde in den Medien spekuliert, dass ein Anschlag auf den Stephansdom in Wien geplant sein könnte. Vier Männer wurden festgenommen.

Anschlag auf Wiener Stephansdom sei geplant gewesen

Über die Weihnachtsfeiertage muss entschieden werden, ob gegen sie Untersuchungshaft verhängt wird. Die mutmaßlichen Terroristen waren am Samstag in Wien-Ottakring festgenommen worden. Im Zuge der Amtshandlung war außerdem eine vierte Person festgenommen worden, gegen die aufgrund fremdenrechtlicher Bestimmungen bereits gesucht wurde, er wurde daher in Gewahrsam genommen. Ob dieser Mann mit den geplanten Straftaten etwas zu tun hat, muss erst geklärt werden.

Terror-Verdächtige befinden sich in der JA Wien-Josefstadt

Die Terror-Verdächtigen befinden sich in der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, beim Landesgericht für Strafsachen U-Haft-Anträge einbringen zu wollen. Ermittelt wird wegen terroristischer Vereinigung (§278b StGB) in Verbindung mit terroristischen Straftaten (§278c StGB).

Männer sollen Teil eines radikalislamischen Netzwerkes sein

Medienberichten zufolge sollen die Männer Teil eines radikalislamistischen Netzwerks sein, das Anschlagspläne in Wien, aber auch in Köln und Madrid erörtert haben soll. Direkt vor der Umsetzung befindliche Attentatspläne dürfte es zumindest in Wien noch nicht gegeben haben.

Polizei hat Sicherheitsvorkehrungen verschärft

Die Polizei hatte der Lage entsprechend die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Über die Weihnachtsfeiertage in Richtung Silvester bleiben diese, insbesondere im Streifen- und Überwachungsdienst aufrecht. Wie viele zusätzliche Beamtinnen und Beamten dafür in den Dienst gestellt wurden bzw. werden, wird nicht kommuniziert. Neben uniformierten sind auch zivile Einsatzkräfte mit besonderer Ausrüstung und Langwaffen an neuralgischen Punkten unterwegs. Die polizeiliche Aufmerksamkeit richtet sich vor allem auf Kirchen und religiöse Veranstaltungen, insbesondere Gottesdienste, sowie auf Weihnachtsmärkte.

(APA/Red)

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