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Telekom Austria 2011 mit starkem Ergebnisrückgang

Die Telekom Austria hat 2011 einen Verlust von 253 Millionen Euro eingefahren. Der Umsatz ging um 4,2 Prozent auf 4,45 Milliarden Euro zurück, das Betriebsergebnis (Ebit) drehte auf minus 7,6 Millionen Euro nach 438 Millionen Euro 2010. Telekom-Chef Hannes Ametsreiter will unterdessen in diversen Korruptionsaffären bis zu 20 Millionen Euro zurückholen und 20 Personen strafrechtlich verfolgen.


“Die Telekom Austria wächst als einziger Incumbent in Westeuropa”, macht sich die Telekom Austria trotz des Verlustes Mut. Das Jahresergebnis 2011 sei durch “außerordentliche Effekte” belastet worden, hieß es am Donnerstag. An der im Dezember des Vorjahres gekürzten Dividende von 0,38 Euro je Aktie hält das Unternehmen fest.

Betont wird, dass es bei den Festnetzanschlüssen im Vorjahr ein Wachstum von 21.300 Anschlüssen gegeben habe. Weiters wurde ein Kundenwachstum im Mobilfunk von 5,7 Prozent vermeldet. Der Anteil der Telekom (A1)-TV-Kunden stieg um 31 Prozent auf 200.000 Haushalte. In Slowenien, Serbien und Mazedonien habe es einen “starken Ergebnisanstieg” gegeben. Die Rechnungslegung für Hyperinflation in Weißrussland führte aber zu einer Firmenwertabschreibung in Höhe von 279 Millionen Euro. In Österreich, Bulgarien, Weißrussland und Kroatien kam es zu Umsatzrückgängen.

Die Telekom Austria kündigte überdies an, sich in diversen Korruptionsaffären bis zu 20 Millionen Euro zurückholen zu wollen und dabei 20 Personen strafrechtlich verfolgen zu wollen. Es gehe darum, überall dort Geld zurückzufordern, wo “Zahlungen keiner Leistung gegenüberstehen”, sagte Unternehmenschef Ametsreiter am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz. Er nannte beispielhaft die Stock-Options-Affäre aus 2004, aber auch die neun Millionen Euro, die in den vergangenen Jahren direkt an die Hochegger-Firma Valora geflossen sind.

Public-Affairs-Manager und Ex-ÖVP-Organisationsreferent Michael Fischer, dem u.a. ein Email zugeschrieben wird, in dem von Zahlungen an die ÖVP die Rede ist, sei bis zur Klärung der Sachlage beurlaubt. Man werfe Fischer nichts vor, aber es habe sich eine ungünstige Optik entwickelt, sagte Ametsreiter.

Der Skandal würde in “bester Kooperation” mit der Staatsanwaltschaft aufgearbeitet, betonte Ametsreiter. Zu der von der Telekom lange zurückgehaltenen Information, wonach er von den Ermittlungsbehörden als Beschuldigter geführt wird, meinte Ametsreiter, dass die Untersuchungen seinem Wissenstand zufolge vor der Einstellung stehen würden. Die Anschuldigungen rund um die Telekom-Novelle 2009 stimmten jedenfalls nicht.

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