Syrische Opposition fordert Eingreifen der UNO

Nach dem "Massaker" von Houla mit Dutzenden Toten hat die syrische Opposition schwere Vorwürfe gegen die internationale Gemeinschaft erhoben und den UNO-Sicherheitsrat dringend zum Eingreifen aufgefordert. Unterdessen sind UNO-Beobachter am Ort des Geschehens eingetroffen. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon beklagte unterdessen massive "Menschenrechtsverstöße" in Syrien.


Regierungstruppen hätten zahlreiche Zivilisten in Houla “massakriert”, erklärte der Syrische Nationalrat. Dessen Sprecherin Basma Kodmani sprach von “mehr als 110 getöteten Menschen in Houla”; etwa die Hälfte der Toten seien Kinder. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab die Zahl der Todesopfer mit mehr als 90 an, darunter 25 Kinder. In Amateurvideos waren verstümmelte Kinderleichen zu sehen. Die Echtheit der Aufnahmen war zunächst nicht überprüfbar.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte warf der internationalen Gemeinschaft am Samstag “Komplizenschaft” vor. Die Rebellentruppe Freie Syrische Armee forderte erneut Luftangriffe auf die Truppen von Präsident Assad.

Ein UNO-Beobachterteam traf am Samstag bei Houla ein. Die Beobachter erreichten nach Angaben der Beobachtungsstelle das Dorf Taldau am Stadtrand. Es seien weiterhin Explosionen und Schüsse zu hören. Dem Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, zufolge weigerten sich die UNO-Mitarbeiter angesichts der bedrohlichen Lage, vor Ort zu bleiben.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon beklagte in einem Bericht an den Sicherheitsrat weiterhin “massive” Menschenrechtsverstöße durch die Regierungstruppen; auch die Opposition verschärfe ihre Einsätze. Die Bemühungen der UNO um ein Ende des Konflikts hätten bisher nur “kleine Fortschritte” gezeigt. Der Sicherheitsrat soll kommende Woche über den Bericht beraten. Derzeit halten sich 275 unbewaffnete UN-Beobachter in Syrien auf.

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