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Südtirol: Mutter soll Kinder mißbraucht haben

Ein unglaublicher Fall von sexuellem Missbrauch hat in Südtirol ein gerichtliches Nachspiel erlebt. Eine 37-jährige Mutter soll über mehrere Jahre ihre vier Kinder missbraucht und bedroht haben.

Die Frau wurde nach Angaben der Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ am Mittwoch zu einer Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten verurteilt. Auch der Lebensgefährte der Frau muss hinter Gitter. Die Übergriffe hatten laut Anklage von Staatsanwalt Benno Baumgartner 1996 begonnen. Zu dieser Zeit hatte die heute 37-Jährige drei Kinder: einen Buben und zwei Mädchen im Alter von vier bis acht Jahren. Die damals Fünfjährige soll das erste Opfer der Frau gewesen sein. Sie hatte ihre Tochter der Anklage zufolge immer wieder in ein Zimmer gesperrt und zu sexuellen Aktivitäten aller Art gezwungen.

Ein Jahr nach Beginn der Übergriffe brachte die Frau ihr jüngstes Kind zur Welt: einen Buben. Mit dem Vater der ersten drei Kinder hatte die Frau bei Beginn der Übergriffe nicht zusammengelebt, auch nicht mit dem Vater des Jüngsten. Erst im November 2002 erzählte die ältere Tochter ihrer Großmutter – der Mutter ihres leiblichen Vaters – die Geschichte. Als die Großmutter ihr zunächst nicht glaubte, berichtete der damals 14-jährige Sohn, dass auch er von seiner Mutter vergewaltigt worden sei.

Die Mädchen, so stellte sich dann heraus, seien auch beide zusammen von ihrer Mutter missbraucht worden. Selbst am jüngsten Sohn soll sich die Frau in den zwei Jahren vor der Anzeige vergangen haben. Der Älteste erzählte auch, seine Mutter habe gedroht, seine jüngeren Schwestern dafür zu bestrafen, wenn er nicht mitmache. Und sie habe auch gedroht, alle Kinder in getrennten Heimen unterzubringen.

Bei der Verhandlung gab die Frau vor Richterin Carla Scheidle zu, dass sie schwere Alkoholprobleme habe. In einem erweiterten gerichtlichen Vergleich verhängte die Richterin dann eine Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten – ohne Bewährung. Zu einer Haft von einem Jahr ohne Bewährung verurteilte die Richterin gestern auch den 40-jährigen derzeitigen Lebensgefährten der Frau. Der mehrfach vorbestrafte Mann hatte die Kinder laut Anklage fast täglich geschlagen. Die Kinder leben seit der Anzeige bei ihren Großeltern.

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