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Suche nach möglichen Moschee-Mittätern angelaufen

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Nach dem Geständnis eines Arztes aus Ebergassing, den Sprengstoff-Anschlag auf die Osmanli-Moschee in Wien-Hernals vom 15. November 2005 verübt zu haben, ist die Suche nach möglichen Mitwissern bzw. Mittätern im Gange.

Der Mediziner soll sich in seinen Einvernahmen auf eine Organisation namens “Neues Europa” berufen haben. Die Ermittler prüfen nun, ob der Mann tatsächlich Mitstreiter hatte.

Um den Fortlauf der Erhebungen nicht zu gefährden, zeigte man sich am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft Wien äußerst wortkarg. Die Sache sei “zu sensibel, um damit vorzeitig an die Öffentlichkeit zu gehen”, war Behördensprecher Jarosch zu keinen konkreten Auskünften bereit. Er ersuchte um Verständnis, da vorzeitige Verlautbarungen die Arbeit des Wiener Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) behindern könnten.

Der 44-jährige Arzt war Ende Jänner im Landesgericht Korneuburg wegen versuchten Mordes zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden: Er hatte im vergangenen Sommer in seiner Wohnhaus-Anlage in Ebergassing einen 18-Jährigen mit einer Pistole niedergeschossen, weil er sich von dem Jugendlichen ausländischer Abstammung und dessen Begleitern bedroht bzw. provoziert fühlte. Der Bursch ist seither querschnittgelähmt.

Was während des Schwurprozesses den Anschein eines fatalen Nachbarschaftsstreits hatte, dürfte im Licht der jüngsten Entwicklungen in Wahrheit ausländerfeindliche Hintergründe gehabt haben. Dies räumte auch ÖVP-Justizsprecher Donnerbauer ein, im Zivilberuf Rechtsanwalt in Retz, der den Arzt im Rahmen einer Verfahrenshilfe vor den Geschworenen verteidigt hatte.

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