Suche nach Komplizen läuft

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Einen Tag nach dem Einbruch bei einem Wiener Juwelier, bei dem einer der Täter vom Geschäftsinhaber erschossen worden ist, lief die Suche nach den Komplizen des Getöteten auf Hochtouren.

Laut den bisherigen Befragungen von Kontaktpersonen war der 39-Jährige in Wien alleine aufgetreten, auch weiß man noch nicht, wo der Pole gewohnt hat, sagte Major Roland Frühwirth von der Kriminaldirektion 1 am Mittwoch.

Der blutige Einbruch hatte sich Dienstag früh auf der Meidlinger Hauptstraße abgespielt: Ein Juwelier hatte im Hinterzimmer seines Geschäfts genächtigt, da bei einem Einbruchsversuch bzw. zur Vorbereitung des eigentlichen Coups in der Nacht auf Samstag das Scherengitter beschädigt worden war. Eine Reparatur war so schnell nicht möglich, die Versicherung hatte daraufhin die Bewachung des Verkauflokals verlangt.

Adam B. tödlich im Kopf getroffen

Kurz vor 4.00 Uhr schlugen drei Männer die Glasscheibe der Eingangstür ein und wurden vom Juwelier gestellt, der zuvor telefonisch die Polizei alarmiert hatte. Durch Schreie versuchte er, die Eindringlinge zur Flucht zu bewegen. Doch als das Trio weiterhin auf ihn zuging, gab er ungezielt fünf Schüsse aus seiner Pistole der Marke CZ ab. Ein Projektil vom Kaliber 9 mm kurz traf Adam B. tödlich in den Kopf, seine beiden Komplizen liefen davon.

Laut Frühwirth hat man von Seiten der Exekutive keinen Grund, an einer berechtigten Notwehr zu zweifeln: „Die Schüsse verliefen kreuz und quer durch den engen, dunklen Verkaufsraum. Es gibt kein Trefferbild von zehn Zentimeter Durchmesser.“ Aber der Sachverhalt werde sehr genau geprüft, damit man sich später keine Vorwürfe machen müsse. Eventuell werde es auch eine Tatrekonstruktion geben.

Notwehr oder fahrlässige Tötung

Der Grundakt wurde bereits der Staatsanwaltschaft übergeben, am Donnerstag oder Freitag würde auch der komplexere Sachverhalt übermittelt. Dann liege es an der Justiz, zu entscheiden, ob die Notwehr in dieser Intensität bejaht wird oder der Schütze etwa wegen fahrlässiger Tötung zur Verantwortung gezogen wird. Dem Juwelier soll es übrigens den Umständen entsprechend gut gehen.

Adam B. war wegen Einbruchs zu zwei Jahren Haft verurteilt worden und nach rund acht Monaten hinter Gittern im Dezember 2003 im Zuge der Weihnachtsamnestie entlassen worden. Danach war der Pole in seine Heimat abgeschoben worden. Im März dieses Jahres war er – so Frühwirth – in die Slowakei gereist und von dort eventuell illegal nach Österreich gekommen. Ab Mai, mit dem EU-Beitritt Polens, war er aber zum Aufenthalt in der Alpenrepublik berechtigt.

-> Juwelier erschoss Einbrecher

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