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Suche nach Karadzic und Mladic intensiviert

Es mehren sich die Anzeichen, dass es in nächster Zeit zu weiteren Versuchen kommen wird, den meist gesuchten Mann des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag zu ergreifen.

Am vergangenen Freitag war es Einheiten der NATO-geführten Bosnien-Schutztruppe SFOR gelungen, Milovan Bjelica festzunehmen. Dem früheren Vorsitzenden der Stadtversammlung des serbischen Teils von Sarajewo wird vorgeworfen, Karadzic finanziell und logistisch zu unterstützen.

Der SFOR- Oberkommandierende, General Virgil Packett, erklärte nach der Verhaftung: „Das Netz um Radovan Karadzic ist so eng zugezogen, dass wir schon seinen Atem spüren können. Ich bin davon überzeugt, dass wir ihn bald festnehmen.” In Den Haag ist Karadzic wegen seiner Rolle als Präsident der bosnisch-serbischen Republika Srspka (RS) während des Bosnien-Krieges zwischen 1992 und 1995 angeklagt. Das Tribunal wirft ihm wegen seiner möglichen Verantwortung für das Massaker von Srebrenica und andere Kriegsverbrechen Völkermord sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

Da die Zusammenarbeit der RS-Behörden mit der Anklagebehörde in Den Haag als eine der Voraussetzungen für die Aufnahme Bosniens ins NATO-Programm „Partnership for Peace” (PfP) gilt, ist immer wieder spekuliert worden, dass noch vor dem NATO-Gipfel Ende Juni in Istanbul weitere Verhaftungsversuche mit Unterstützung der bosnisch-serbischen Behörden gestartet werden.

Erst Anfang März war einer von bereits drei Versuchen gescheitert, den SFOR-Spezialeinheiten dieses Jahr unternahmen, um Karadzic zu verhaften. Militärs in Sarajewo zufolge kam der Tipp, wonach sich Karadzic zu einer Knieoperation in ein Krankenhaus in Pale begeben würde, von einer als verlässlich eingestuften, so genannten „Alpha-Quelle” innerhalb der RS-Polizei.

Doch weder dort, noch in der serbisch-orthodoxen Kirche, in die SFOR-Soldaten später gewaltsam eindrangen, fanden sie ihn vor. Neben dem NATO-Gipfel in Istanbul, bei dem über die PfP-Mitgliedschaft Bosniens entschieden werden soll, gelten die Präsidentenwahlen in den USA im November als weiterer Zeitpunkt, bis zu dem „das Geschäft erledigt” sein soll, wie es in Militärkreisen hieß.

Da das SFOR-Oberkommando zum Jahresende von einem US- an einen EU-General übergeben wird, hat die US-Regierung offenbar ein erhöhtes Interesse daran, die Ergreifung von Karadzic und dessen General Ratko Mladic nicht europäischen Einheiten zu überlassen.

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