Suche nach dem Freier im Parlament

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Im Fall des "Escort-Service", von dem minderjährige Prostituierte vermittelt wurden, soll ein Freier aus der Parlamentsdirektion angerufen haben. Wer aus dem Parlament angerufen hat, ist noch nicht geklärt.

Nach Angaben von Parlamentsvizedirektor Sigurd Bauer ist die Identität des Anrufers noch ungeklärt. Die Stadtzeitung “Falter” zitierte in den letzten beiden Ausgaben Auszüge aus den Abhörprotokollen einer Begleitagentur, die minderjährige Prostitutierte vor allem aus Litauen vermittelt hat.

“Wie ist denn die Julia so vom Charakter? Macht sie auch Vollendung in den Mund?” soll demnach eine der Anfragen aus dem Parlament gewesen sein. “Was kostet die Diana? Wie weit geht das mit der Aufgeschlossenheit?” wurde weiter gefragt.

Die Antwort des Zuhälters: “Da ist alles möglich. Griechisch möglich mit Aufpreis hundert Euro. Ohne Kondom hundert Euro. Alles andere ist inklusive.”

War der Anrufer ein Abgeordneter

Die bisher vom “Falter” veröffentlichten Dinge hätten eine Zuordnung nicht möglich gemacht, so Bauer. “Wir haben über 1.000 Telefonklappen, die alle unter dem Titel ‘Parlamentsdirektion’ firmieren. Wir können nicht sagen, war das ein Abgeordneter, ein Bundesrat, ein Abgeordneten-Mitarbeiter, ein Klubangestellter oder ein Parlamentsmitarbeiter”, sagte Bauer.

Im Parlament arbeiten laut Angaben von Bauer rund 600 Personen, darunter allein 350 Mitarbeiter der Parlamentsdirektion sowie Nationalratsabgeordnete, Bundesratsmandatare und Mitarbeiter der Parlamentsklubs. Außerdem seien nicht alle Telefonklappen persönlich zuordenbar und es gebe unter anderem öffentlich zugängliche Telefone bei den Sitzungssälen und in den Garderoben.

Justizministerium prüft Unterlagen

Man wolle nun die Ermittlungen des Justizministeriums abwarten, bevor weitere Schritte eingeleitet werden können, so Bauer.

Das Justizministierium lässt derzeit Unterlagen aus einem Prozess gegen die Betreiber des Wiener “Escort-Service” prüfen. Es wird untersucht, warum die Kunden des Callgirl-Ringes im Prozess vor einem Jahr nicht belangt wurden.

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