Suche nach Überlebenden in China

Nach heftigen Erdrutschen im Nordwesten Chinas haben tausende Rettungskräfte am Montag weiter nach Überlebenden gesucht. Nach neuen Angaben der Behörden wurden noch immer knapp 1.300 Menschen vermisst. Zuvor war von rund 2.000 Vermissten die Rede gewesen.
Suche nach Überlebenden
Erdrutsche in China
Bilder der Katastrophe

Die Rettungskräfte bargen 34 Stunden nach dem Erdrutsch eine 74-Jährige, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Frau war demnach geschwächt, aber in der Lage zu sprechen. Medienberichten zufolge wurden inzwischen mehr als 680 Menschen aus den Erdmassen gerettet. Mindestens 127 Menschen kamen durch die Erdrutsche am Samstag ums Leben, knapp 90 wurden verletzt.

In dem mehrheitlich von Tibetern bewohnten Bezirk Zhouqu in der Provinz Gansu hatte es nach heftigen Regenfällen mehrere Erdrutsche gegeben. Betroffen ist Xinhua zufolge ein Gebiet von 500 Metern Breite und fünf Kilometern Länge. Mindestens ein Dorf wurde in der bergigen Region komplett unter der Lawine aus Schlamm und Steinen begraben. An manchen Orten waren Straßen und Häuser bis auf eine Höhe von zwei Metern verschüttet.

Rund 4.500 Soldaten, Polizisten, Feuerwehrmänner und Ärzte waren im Einsatz, wie das chinesische Fernsehen berichtete. Da es in der Region keine Bagger und andere große Einsatzfahrzeuge gab, bemühten sich die Einsatzkräfte mit Schaufeln und teils bloßen Händen darum, Überlebende aus den Geröllmassen zu befreien. Der in die betroffene Region gereiste Ministerpräsident Wen Jiabao versprach am Sonntagabend, dass die Suche nach Überlebenden fortgesetzt werde, solange noch Hoffnung für die Verschütteten bestehe. Er rief die Einsatzkräfte zur Hilfe für die rund 45.000 betroffenen Bewohner der Region auf.

China erlebt in diesem Jahr als Folge immer neuer schwerer Regenfälle die schlimmsten Überschwemmungen seit zehn Jahren. Mehr als 2.100 Menschen kamen dabei in diesem Jahr ums Leben oder wurden vermisst, mehr als 1,4 Millionen Häuser wurden zerstört. Mindestens zwölf Millionen Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

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