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Stronach wirbt um türkische Community

Stronach in Wahlmission in Wien-Ottakring am Montag.
Stronach in Wahlmission in Wien-Ottakring am Montag. ©APA
Der Brunnenmarkt in Wien-Ottakring wurde am Montag Wahlkampf-Schauplatz: Frank Stronach machte sich auf, die Stimmen der Besucher zu gewinnen. Nachdem er auf einer Lkw-Bühne wieder einmal einen Blick auf seinen (fast) nackten Oberkörper offeriert hatte, traf er in einem Lokal mit türkischen Unternehmern, Ärzten und Rechtsanwälten zusammen.
Frank in Ottakring

Geschätzte 150 Marktbesucher lauschten am Yppenplatz bei gratis Krapfen den Worten des Austro-Kanadiers, der sein Wahlprogramm bewarb. Eine seiner Mitarbeiterinnen richtete auch ein paar türkische Worte ans Publikum – das aber offensichtlich großteils ohnehin kein Türkisch verstand. “Hat gut geklungen”, lobte Stronach nichtsdestotrotz.

Kaum hatte er entspannt die Bühne verlassen, wurde er plötzlich herausgefordert: In Anlehnung an die Aktion des bald 81-Jährigen, sich für Medien mit nacktem Oberkörper ablichten zu lassen, entblößte wie aus heiterem Himmel Puls4-Moderator und Comedian Chris Stephan seinen Oberkörper. Stronach betrat amüsiert mit dem Nackedei wieder die Bühne und konnte es abermals nicht lassen, seinen Oberkörper zu präsentieren – diesmal öffnete er aber nur ein paar Knöpfe seines Hemdes.

Frank Stronach auf Wahlwerbung

Bis er sich wieder in die Mitte des Wahlvolks begab, war es freilich wieder zugeknöpft. Fotos mit dem Spitzenkandidaten und Autogramme auf die ausgeteilten Flyer, Kartenspiele und Bierdeckel waren begehrt, die Fans wünschten “alles Gute” für die Wahl. Der eine oder andere hatte auch einen guten Ratschlag zu bieten: “Es fehlt das Datum überall”, meinte etwa ein Besucher zur Kampagne, “man muss echt hinschreiben: 29. September – weil die Leut’ vergessen das”.

Mehr türkisches Publikum wartete dann in einem Restaurant in der Brunnengasse ums Eck auf den Neo-Politiker. Die etwa 70 Gäste sind nach Parteiangaben Unternehmer, Ärzte, Rechtsanwälte und dergleichen, womit man sich das Dolmetschen sparen konnte: “Verstehen die meisten Deutsch hier?”, wollte Stronach nach der Vorführung eines Imagefilms über sich selbst wissen. “Alle, ja? Gut, gut.”

Vom Tellerwäscher zum Milliardär …

Seine Rede drehte sich um die bekannten Themen: Seine Kindheit, sein Auswandern nach Kanada, sein Werdegang vom Tellerwäscher zum Milliardär, Forderungen nach Abbau der Schulden und Reform des Steuersystems. Nur einmal ging Stronach dezidiert auf sein Publikum ein: “Die Türken sind sehr bekannt dafür, dass sie fleißig sind und innovativ.” Das “System” erdrücke das aber, er hätte es in Österreich auch nicht so weit geschafft wie in Kanada, meinte er. “Wir müssen das System ändern.”

Uneingeschränkten Applaus gab es für den Vortrag nicht – während der anschließenden Tischgespräche beim Essen durfte Stronach aber doch einige Exemplare seiner Biografie signieren und heimste auch ein paar – zumindest versprochene – Stimmen ein.

Mehr rund um die NR-Wahl 2013.

(APA)

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