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Straches Gegner: Strache

©APA/HERBERT NEUBAUER
Gastkommentar von Johannes Huber. Mit seinen ehemaligen Parteifreunden wird "HC" eher fertig als mit sich selbst.

Heinz-Christian Strache ist ein Phänomen: Vor sieben Monaten hat sich der damalige Vizekanzler und FPÖ-Chef aus der Politik verabschiedet, liefert aber noch immer Schlagzeilen wie zu seinen besten Zeiten. Und das obwohl ihm die „persönliche“ Facebook-Seite mit 800.000 Fans weggenommen worden ist; ja, obwohl er nicht mehr so oft ins Fernsehen eingeladen wird oder selbst bei einer Pressekonferenz auftritt.

Was das öffentliche Interesse angeht, schlägt Strache alle. Das zeigt eine Google Trends-Auswertung der Suchanfragen in Österreich: In den vergangenen 30 Tagen ist selbst Sebastian Kurz (ÖVP) nicht annähernd an ihn herangekommen; im Gegenteil, er musste sich mit weniger als einem Drittel der Anfragen begnügen. Vom neuen Obmann der freiheitlichen Partei gar nicht zu reden; der glücklose Norbert Hofer brachte es auf ein Zehntel.

Klar, das sagt nichts über die Sympathiewerte aus. Strache wird auch von Leuten gegoogelt, die ihn nicht mögen. Für einen Politiker wie ihn gilt aber noch immer folgende Regel: „Besser eine schlechte Nachrede als gar keine.“ Sprich: Wenn man nicht einmal wahrgenommen wird von den Leuten, kann man einpacken; dann bekommt man keine einzige Stimme.

Bei Strache werden die Nachrichten, die er liefert, allmählich aber zum großen Problem für ihn selbst: Ibiza, Spesen, Geldbündel und die jüngste Meldung, wonach er seine ehemaligen Spezi Johann Gudenus und Dominik Nepp bespitzeln ließ, sind nicht nur negativ und bisweilen auch peinlich. Sie haben genau genommen auch nichts mit Politik in dem Sinne zu tun, die Lebensverhältnisse der Menschen verbessern zu wollen. Nein, es geht hier immer nur um Strache, Strache und noch einmal Strache. Auf Dauer ist das natürlich untragbar: Will er bei der Gemeinderatswahl im kommenden Jahr punkten, muss er es mit Inhalten in die Medien schaffen; für seine persönlichen Affären wird er nicht gewählt.

Ob Strache das zusammenbringen kann? Schwer: Selbst wenn er wollte, gibt es da noch die vielen Daten, die von seinem Handy stammen und die nach und nach publiziert werden. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn; Dauer und Ergebnis sind offen.

Damit ist Strache sich selbst der größte Gegner. Mit seinen ehemaligen Parteifreunden würde er wohl ziemlich locker fertig werden. Sie haben sich zuletzt über Monate hinweg nicht einmal getraut, ihn auszuschließen. In Wien stehen sie ohne ihn wiederum führungslos da. Und auf Bundesebene ist die Partei mit Norbert Hofer wenig erfolgversprechend unterwegs: Die Unterwürfigkeit gegenüber der ÖVP, mit der er versucht, doch noch zurück in die Regierung zu kommen, ist peinlich. Und über seine Ankündigung, die FPÖ zu einer „staatstragenden Partei“ zu machen, kann man sich überhaupt nur noch wundern: Wann immer sie es bisher in die Bundesregierung geschafft hat, ist sie grandios gescheitert. Grund: Sie ist und bleibt eine Protestpartei.

Johannes Huber betreibt den Blog dieSubstanz.at – Analysen und Hintergründe zur Politik

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