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Stimmen zur Olympiasperre

In der Beurteilung der Doping-Affäre um österreichische Langläufer und Biathleten bei den Olympischen Winterspielen in Turin prallen unterschiedliche Rechtsansichten aufeinander. | Rückblick

Der Vorsitzende der medizinischen Kommission des IOC, der Schwede Arne Ljungqvist, sieht durch das Urteil des Internationalen Olympischen Komitees, das sechs österreichische Athleten am Mittwoch lebenslang von Olympischen Spielen ausgeschlossen hatte, eine neue Situation geschaffen. Das Urteil des IOC sei “ungewöhnlich”, weil damit bisher unbescholtene, aktive Sportler lebenslang von der Teilnahme an Olympischen Spielen gesperrt wurden, sagte Ljungqvist in einem Interview. Die Entscheidung sei insofern sogar “einzigartig”, als man den Athleten nicht einmal tatsächlich unerlaubte Mittel im Blut nachweisen habe können. Der Trainer des schwedischen Biathlon-Teams, Staffan Eklund, zeigte sich mit der Entscheidung des IOC gegen die Österreicher zufrieden.

Nach Ansicht des Internationalen Olympischen Comites (IOC) liegen eindeutig Dopingvergehen vor, der Österreichische Skiverband (ÖSV) kritisierte am Donnerstag die Sanktionen als “offenbar kollektive Schuldzuweisung”.

Die Affäre ist jedenfalls noch nicht ausgestanden. Das IOC spricht in seiner Urteilsbegründung von einem “Netzwerk” und “betrügerischer Kollaboration”, seine Disziplinarkommission will in diesem Fall in die Tiefe gehen und wird weitere Personen befragen. Und dem Internationalen Skiverband (FIS) und der Internationalen Biathlon-Union (IBU) wurden vom IOC die Dossiers der betroffenen Athleten übergeben mit dem Hinweis, sie mögen weitere Schritte prüfen, die in ihrer eigenen Kompetenz liegen. Somit sind Sperren durch die FIS nicht ausgeschlossen.

Pressestimmen

Italien: Insgesamt geringes Echo in den Zeitungen

  • “Gazzetta dello Sport”: “Nie wieder Olympische Spiele. Das IOC hat sich nicht gescheut, gerade in der Stadt, in denen die nächsten Spiele stattfinden werden, eine eklatante Lehre zu erteilen. Es handelt sich um die erste Aufsehen erregende Strafe wegen Dopings, ohne dass die betroffenen Athleten positiv getestet wurden.“
  • “Corriere della Sera”: “Der IOC-Beschluss stellt zwei Rekorde auf: Zum ersten Mal hat das IOC zeitlich unbefristete Sperren verhängt. Die Maßnahme wurde außerdem beschlossen, obwohl die Athleten nicht positiv getestet wurden.”
  • “Tuttosport”: “Kein Olympia mehr für die Dopingsünder der Winterspiele 2006. Die Ermittlungen des IOC sind noch nicht abgeschlossen.“
  • Frankreich:

  • AFP: “Der Ausschluss von sechs Athleten ist ein schwerer Schlag für Österreich, das wenige Stunden vor der Verkündung der Sanktionen seine Kandidatur für die Winterspiele 2014 vor den IOC-Mitgliedern präsentiert hatte. Salzburg könnte dafür büßen müssen.“

    Finnland/Schweden:

    Die Zeitungen in Nordeuropa berichteten in ihren Donnerstagsausgaben großteils knapp und in sachlichem Ton über die IOC-Entscheidung. Nur vereinzelt gab es pointierte Formulierungen. Die Boulevard-Zeitung “Ilta-Sanomat” titelte: “Das dreckige halbe Dutzend Österreichs.”

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