Steinbrück fühlt sich bei "Clowns"-Sager bestätigt

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück fühlt sich nach seiner "Clowns"-Äußerung über die italienischen Politiker Silvio Berlusconi und Beppe Grillo von der deutschen Bevölkerung unterstützt. "Die Reaktionen aus der Bevölkerung unterscheiden sich erheblich von der Berichterstattung", sagte Steinbrück der "Bild am Sonntag". Laut Umfrage befürworten aber 72 Prozent die Aussage Steinbrücks nicht.


Steinbrück sieht keinen Anlass, seinen umstrittenen Vergleich zurückzuziehen. “Gesagt ist gesagt”, sagte er der “Bild am Sonntag”. “Die meisten Leute sagen mir, dass es ja wohl noch erlaubt sein muss, das auszusprechen, was die Mehrheit der Bevölkerung denkt”, so der Kanzlerkandidat. Der sozialdemokratische Politiker hatte nach dem guten Abschneiden des Protestpolitikers und Komikers Grillo sowie von Ex-Regierungschef Berlusconi bei der Parlamentswahl in Italien gesagt: “Ich bin geradezu entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben.” Dies hatte in Deutschland und in Italien Kritik hervorgerufen.

Rückendeckung erhielt Steinbrück aus der SPD-Spitze. Der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel sagte der Zeitung: “Herr Grillo wird ja wohl hoffentlich noch stolz auf seinen Beruf sein, und mit Herrn Berlusconi wäre ich nicht so freundlich umgegangen. Clown ist ja schließlich ein ehrbarer Beruf!” SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte, Grillo könne Steinbrück ja gerne einen Flegel nennen, “aber entschuldigen muss sich Peer Steinbrück ganz sicher nicht”.

Laut einer Emnid-Umfrage für die Zeitung sind allerdings 72 Prozent der Befragten der Meinung, ein Kanzlerkandidat dürfe sich nicht so über Spitzenpolitiker befreundeter Staaten äußern. Unter SPD-Wählern sind es sogar 78 Prozent. 56 Prozent der Deutschen halten demnach eine Entschuldigung für angebracht – 40 Prozent jedoch nicht.

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