Start für Revitalisierung der Wiener Sofiensäle

So sollen die Sofiensäle in etwa 18 Monaten aussehen.
So sollen die Sofiensäle in etwa 18 Monaten aussehen. ©APA
Ab 2013 sollen die Sofiensäle Kunst, Wohnungen und Uni-Einrichtung beherbergen. Die Musterachse des historischen Festsaals der Brandruine ist fertig, die Revitalisierung wurde offiziell in Angriff genommen.
Renovierung hat begonnen
Neuer Eigentümer gefunden

Zehn Jahre lang lag die Brandruine brach, am Mittwoch ist die Revitalisierung der Wiener Sofiensäle in Anwesenheit von Bürgermeister Michael Häupl (S) nun offiziell in Angriff genommen worden. Die ehemalige Clubbing-Location wird bis Anfang 2013 restauriert und mit modernen Architekturelementen ergänzt. Das Herzstück, der historische Festsaal in 1030 Wien, soll als Ausstellungshalle fungieren. Darum gruppieren sich Wohnungen, Geschäftslokale und eine Uni-Einrichtung.

In Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt wurde in den vergangenen Wochen bereits eine Musterachse des 600 Quadratmeter großen, mit zahlreichen Zierelementen ausgestatteten Saals renoviert – Blattgolddekor inklusive. Sie werde als Vorbild für die restlichen Arbeiten an den Sofiensälen dienen, erklärte Erwin Soravia, Chef der Soravia Group, in einer Pressekonferenz. Deren Tochterunternehmen IFA hatte den 2001 abgebrannten Gründerzeitbau im Vorjahr gekauft. Insgesamt 46 Mio. Euro sind veranschlagt, um das Gebäude wieder in Schuss zu bringen.

Sofiensäle werden detailgetreu wiederhergestellt

Nicht nur der Festsaal, auch die Fassade, der Eingangsbereich und das Stiegenhaus werden detailgetreu wiederhergestellt. Bis September werden die Abbruch- und Aushubarbeiten an den Sofiensälen abgeschlossen sein. Der verkohlte Flügel und die weinrote Sitzbank, die jahrelang inmitten der Ruine an vergangene Zeiten erinnerten, sind bereits verschwunden. Im Herbst beginnen dann die eigentlichen Hochbauarbeiten. “In 18 Monaten sind wir fertig”, versprach der Unternehmenschef.

Dabei wird der Festsaal überdacht und zur öffentlich zugänglichen Ausstellungshalle umfunktioniert. Der Schwerpunkt wird auf bildender Kunst liegen, die in den zu Ateliers umgestalteten Logen entstehen soll. Der Trakt hinter der historischen Fassade der Sofiensäle wird einen Gastrobetrieb und eine Galerie beherbergen. Unter das Gebäude kommt eine Tiefgarage. Clubbings und Konzerte werden – auf Wunsch des Bezirks – nicht mehr stattfinden.

Mietwohnungen in den Sofiensälen

Ansonsten wird das Areal vor allem als Wohnraum genutzt. In einem modernen Zubau werden 88 Mietwohnungen in die Sofiensäle einziehen, ein Teil davon wird über das Wohnservice Wien vergeben. Der Komplex wird zudem als Standort einer universitären Einrichtung dienen. Um welche Uni es sich handelt, wollte Soravia heute noch nicht verraten, da die entsprechenden Gremien die Sache erst absegnen müssten. “Es geht in die Richtung Wirtschaft und Soziales”, kündigte er an.

Bürgermeister Häupl zeigte sich zuversichtlich, dass die Sofiensäle “vom schiachsten zum schönsten Platz des 3. Bezirks” werden. Das Stadtoberhaupt erinnerte an die “nicht angenehme Geschichte” des Hauses. Nach dem Brand habe es “nicht unerhebliche Auseinandersetzungen” zwischen dem damaligen Eigentümer und der Stadt gegeben, was viel Zeit gekostet habe. Das Hotelprojekt des Eigentümernachfolgers Arwag, der die Ruine 2006 übernahm, sei zwar großartig, aber nicht finanzierbar gewesen. Er sei froh, dass die Sache nach zehn Jahren zu einem glücklichen Ende führe.

(APA)

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