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Müll und Radau im Gemeindebau

In einem Gemeindebau im 5. Bezirk gibt es einiges, das die Bewohner verärgert.

Nach dem ersten Weltkrieg zogen immer mehr Menschen nach Wien um da zu arbeiten. Es entstand eine große Wohnungsnot und öfters mussten bis zu zehn Menschen in einer kleinen Wohnung leben, die in einem schlechten Zustand war. Die meisten Wohnungen waren feucht und es gab oft nur ein, sich am Gang befindendes WC. Die Gemeinde Wien beschloss, diese Situation zu verbessern und errichtete in den1920er Jahren neue Wohnbauten. Zu den bekanntesten Gemeindebauten zählt wohl der Karl-Marx-Hof im 19. Bezirk. Einer der ersten Gemeindebauten ist der von dem Architekten Hubert Gessner entworfene und in den Jahren 1924 – 1925 errichtete „Reumannhof“ in Margareten. Benannt nach dem Wiener Bürgermeister Jakob Reumann (1919 bis 1923 ). Einst galten die Gemeindebauten als die Prunkbauten der aufstrebenden Arbeiterklasse und boten den Wienern eine verbesserte Wohnsituation. Heutzutage sieht das etwas anders aus. Bianca Dieringer ist im Reumannhof im 5. Bezirk aufgewachsen und kann einige Mißstände der Wohnsiedlung aufzeigen.

Im Stiegenhaus des Wohnbaus, sind die Türen zu den Leitungsschächten aufgebrochen, weil Jugendliche dort ihre Zigarettenstummel verstecken. An manchen Wänden fehlt der Verputz oder sie haben Feuchtigkeitsschäden. Mit Filzstift sind abwertende Sprüche über Bewohner des Hauses oder einfach abstraktes Gekritzel an die Wände geschmiert. Einige Bewohner sind zu faul ihren Mist hinunter in den Müllraum zu tragen und deponieren ihre Abfälle einfach im Gang. So muss man schon aufpassen, dass man nicht über einen Papierbecher oder über alte Zeitungen stolpert, wenn man durch die Stockwerke des Hauses geht.

Die Hauswände des Gemeindebaus sind mit Graffitis angesprüht, die Namensschilder der Gegensprechanlage sind eingedrückt, sodass die Namen nicht mehr gelesen werden können. Des öfteren musste die Eingangstür zu der Stiege repariert werden, da einige Bewohner zu faul sind ihren Schlüssel zu benutzen und die Türe brutal aufdrücken.

Da hilft nicht einmal der Zettel, mit dem Hinweis, dass die Türe nur mit dem Schlüssel geöffnet werden soll. Es scheint so als könnten sämtliche Menschen, die in diesem Gemeindebau leben nicht lesen, denn auch der Hinweis im Müllraum, dass nichts neben die Abfallcontainer gestellt werden soll, wird ignoriert.

 

Im Hof werden Einkaufswägen abgestellt und im Müllraum werden alte Kinderwägen, Wäscheständer, alte Computer und jetzt nach Weihnachten Christbäume abgestellt. Frei nach dem Motto aus den Augen, aus dem Sinn. „Den meisten Menschen hier ist das alles egal, die denken sich, die Hausmeisterin wirds schon wegräumen.“, erzählt Bianca verärgert. Sie versteht nicht, wie man nur so rücksichtslos und zerstörerisch sein kann. Die meisten Vandalenakte werden durch Jugendliche verursacht, denen langweilig ist. Sie treffen sich in den Fahrradräumen um zu trinken und zu rauchen, setzen sich dabei in die abgestellten Kinderwägen, sodass diese kaputt werden und lassen in der gesamten Anlage ihren Müll zurück.

Doch dieser Gemeindebau ist nicht der einzige in Wien, in dem es zu Vandalenakten kommt. So wandten sich einige Mietvertreter an den Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, mit der Bitte eine Videoüberwachung in den Bauten einzuführen, die präventiv gegen Vandalenakte wirken soll. Datenschützer sind jedoch nicht sehr zufrieden mit dieser Idee, denn sie sind der Meinung, dass sich diese Vandalenakte nur verlagern würden.

Im Büro von Michael Ludwig hofft man, dass sich die Datenschutzkomission bis März umstimmen lässt.

Was meinen Sie? Hätten sie gerne eine Videoüberwachung in

Gemeindebauten oder empfinden sie das als eine Hetzjagd auf Menschen?

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