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Stadt Wien hält nichts von Unterbringung von Asylwerbern in Kasernen

Wien reagiert auf den Vorschlag von Vizekanzler Strache.
Wien reagiert auf den Vorschlag von Vizekanzler Strache. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Wien reagierte nun auf die Idee von Vizekanzler Heint-Christian Strache (FPÖ), Asylwerber in Wiener Kasernen unterzubringen. Sowohl Sozialstadträtin Sandra Frauenberger als auch Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ) lehnen den Vorschlag ab.
Strache im Interview

Gleichzeitig wurde auf die hohen Kosten verwiesen, die durch größere Quartiere entstünden – und Kritik am Innenministerium geübt.Wien. “Diese Vorschläge sind einem Vizekanzler nicht würdig”, konstatierte Frauenberger. Asylwerber seien Menschen, nicht Gefangene. “Selbstverständlich müssen sie bereits jetzt in regelmäßigem Austausch mit der Stadt stehen. Aber wir setzen auf Integration statt auf Internierung. Wenn jemand die Verfahren beschleunigen kann, dann der Innenminister”, so Frauenberger in einer Stellungnahme am Freitag. Tausende würden auf ihre Erstgespräche warten, Entscheide immer noch zu lange dauern.

Unterbringung in privaten Quartieren günstiger

Zudem sei die Unterbringung in privaten Quartieren deutlich günstiger, wird im Rathaus erneut versichert. Sie würde 280 Euro pro Person und Monat kosten – jene in organisierten Unterkünften hingegen 730 Euro. Verantwortlich für diesen Unterschied sind laut Stadt andere Voraussetzungen für Personal und Infrastruktur sowie umfassendere Vorschriften für größere Gebäude. Auch der Rechnungshof empfehle private Quartiere für Flüchtlinge – aufgrund “eindeutiger Kostenvorteile”.

Integrationsstadtrat Czernohorszky zeigte sich in einer Aussendung erbost: “Es ist ein unglaubliches politisches Armutszeugnis, wenn man gar nicht erst versucht, Menschen, die zu uns kommen, ein eigenständiges Leben zu ermöglichen, sondern sie einfach nur wegsperren möchte.” Dies offenbare ein “erschreckendes Menschenbild”.

Wien hätte andere Pläne für ungenutzte Kasernen

Wenn es Kasernen gebe, die ungenutzt seien, “würde dieser Raum in Wien dringend für Wohnraum und Schulen gebraucht”, versicherte er in einer Aussendung: “Ich fordere Bundeskanzler Kurz auf, sich sofort von diesen wirren Ideen zu distanzieren und seinen Vizekanzler zurückzupfeifen. Sonst sind alle Sonntagsreden, die er einst als Integrationsminister gehalten hat, endgültig ad absurdum geführt.”

Als Kritiker einer Unterbringung von Schutzsuchenden in Kasernen war übrigens einst auch Heinz-Christian Strache selbst aufgetreten. 2014 wetterte der FPÖ-Chef nach einem diesbezüglichen Vorschlag der damaligen ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner: Die Idee, Kasernen heranzuziehen, wirke sich nachteilig auf deren Verkauf und somit negativ auf das Heer aus, ließ er damals in einer Aussendung wissen.

(APA/red)

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