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SPÖ-Wahlkampf mit Pannen: Eugen Freund landet auf dem 2. Platz

EU-Wahl: Eugen Freund sicherte trotz Pannen den zweiten Platz für die SPÖ.
EU-Wahl: Eugen Freund sicherte trotz Pannen den zweiten Platz für die SPÖ. ©APA
Laut den ersten Hochrechnungen der ARGE konnte der SPÖ-Spitzenkandidat Eugen Freund ein passables Eregbnis erzielen.
Spionage-Vorwürfe
Hohn und Spott nach Interview

Der als Politiker Spätberufene wurde damit zwar nicht das erhoffte Zugpferd für die Sozialdemokraten, angesichts diverser Pannen zu Beginn seiner Kampagne ist das Halten des Ergebnisses von 2009 aber immerhin keine Katastrophe. Freund wird eine ausgeprägte Eitelkeit nachgesagt, auch gilt er als Arbeitstier und Außenpolitik-Fan. Insofern war es dann auch nicht so überraschend, dass er umgehend Ja sagte, als Kanzler Werner Faymann den gerade erst vom ORF pensionierten Journalisten bat, für die SPÖ in die Wahlkampagne zu ziehen. Dies gilt umso mehr, als Freund ja schon in den 1970er-Jahren in die Politik hineingeschnuppert hatte, nämlich als Pressesprecher des zwar parteifreien, aber von der SPÖ nominierten Außenministers Willibald Pahr.

Pannen bei Interviews mit Eugen Freund

Erfahrungen mit Medien und Politik hätte Freund eigentlich genug gehabt, so dass ihm ein weniger peinlicher Einstieg in die neue Rolle zuzutrauen gewesen wäre. Doch Freund tappte in ersten Interviews gleich in jede noch so offensichtliche Falle, verschätzte sich beim durchschnittlichen Arbeitergehalt gleich um rund 1.000 Euro, beklagte, dass nur in den USA Starmoderatoren auf Bussen abgebildet werden und bedauerte all jene, die mit noch weniger auskommen müssten als er in der Pension.Der Start war verpatzt, die SPÖ-Basis in der Folge nicht allzu erpicht, für den Quereinsteiger zu laufen, umso mehr, als sich dieser auch noch weigerte, der Partei beizutreten. Doch Freund erwies sich als lernfähig. Die Politiker-Slogans waren schnell eingelernt. In den TV-Konfrontationen profitierte er von seiner Fernseh-Erfahrung, weitere Fettnapf-Sprünge des begeisterten Heimwerkers blieben aus.

SPÖ hält den zweiten Platz

Umso mehr versuchte die politische Konkurrenz, auf Umwegen Freunds Reputation zu gefährden. Lanciert wurden wenig glaubwürdige Spionage-Vorwürfe, hervorgekramt alte Zeitungsartikel, in denen Freund das US-Klopapier dem österreichischen vorzieht und schließlich wurde noch einmal in Erinnerung gerufen, dass er als ORF-Korrespondent eine teure Zahnrechnung vom Dienstgeber bezahlt haben wollte.

Der Einfluss all dessen auf den Wahlausgang dürfte kein großer gewesen sein. Mit dem nunmehrigen Abschneiden wird man in der Sozialdemokratie gerade noch leben können und Freund dürften fünf unaufgeregte Jahre in Brüssel und Straßburg bevorstehen. Denn auf die Delegationsleitung hat er schon im Zuge seiner Bestellung zum Spitzenkandidaten verzichtet.

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