SPÖ und ÖVP halten Koalitionsmehrheit trotz Stimmverlusten

Laut ersten Hochrechnungen bleibt die Mandatsmehrheit bei SPÖ und ÖVP.
Laut ersten Hochrechnungen bleibt die Mandatsmehrheit bei SPÖ und ÖVP. ©APA
Wie die erste Hochrechnung der ARGE Wahlen zeigt, haben SPÖ und ÖVP zwar STimmen verloren, ihre gemeinsame Mandatsmehrheit jedoch verteidigt. Gegen 20 Uhr soll ein vorläufiges Endergebnis präsentiert werden.
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Stärkste Partei bleibt demnach die SPÖ, die FPÖ hat es trotz starker Gewinne nicht geschafft, die ÖVP von Platz zwei zu Verdrängen. In der Steiermark dürfte die FPÖ aber stärkste Partei werden. Überraschung des Abends sind die NEOS, die im Gegensatz zum BZÖ den Einzug in den Nationalrat schaffen dürften.Wien. Laut der Hochrechnung (Auszählungsstand 35 Prozent) hat die SPÖ mit 26,7 Prozent (minus 2,6) Platz eins verteidigt, dahinter folgt die ÖVP mit 23,6 Prozent (minus 2,4). Damit hat die Volkspartei ihr Ziel, stärkste Kraft zu werden, zwar verfehlt. Immerhin konnte sie aber den zweiten Platz gegen die FPÖ verteidigen, die mit starken Zugewinnen auf 21,9 Prozent (plus 4,4) kommt und der Steiermark sogar stärkste Kraft werden dürfte.

Auf Platz vier liegen laut ersten Hochrechnungen der ARGE Wahlen die Grünen, die mit 12 Prozent (plus 1,6) allerdings unter ihren Wahlziel von 15 Prozent blieben. Dem Team Stronach verheißt die Hochrechnung zwar glatt den Einzug in den Nationalrat, die Partei bleibt mit nur 5,8 Prozent allerdings deutlich unter ihren jüngsten Landtagswahlergebnissen. Einzig mögliche Zweierkoalition wäre damit rot-schwarz.

BZÖ mit herben Verlusten

Während das BZÖ mit 3,4 Prozent (minus 7,3) an der Vierprozenthürde scheitern dürfte, sorgen die NEOS für die Überraschung des Abends: Die neue liberale Partei dürfte mit 4,6 Prozent in den Nationalrat einzeihen. Entsprechend euphorisch reagierte Parteichef Matthias Strolz: “Ein Jahrhundertprojekt ist gelungen”, freute sich Parteichef Matthias Strolz gegenüber der APA.

Jubelstimmung verbreitete auch die FPÖ. Parteichef Heinz-Christian Strache sei “der Wahlsieger des Abends”, sagte Generalsekretär Harald Vilimsky gegenüber der APA. “Es ist eine Absage an die EU-Hörigkeit der ÖVP”, meinte Vilimsky in Richtung Volkspartei, die in den ersten Hochrechnungen nur wenige Prozentpunkte vor den Freiheitlichen rangierte.

SPÖ noch schweigsam

Schweigsam machte sich dagegen die SP-Spitze auf den Weg in das Festzelt vor der Parteizentrale in der Wiener Innenstadt. Weder der Wiener Bürgermeister Michael Häupl noch Wahlkampfmanager Norbert Darabos wollten am frühen Nachmittag eine Stellungnahme abgeben.

Erste zufriedene Reaktionen gab es dagegen aus der ÖVP: Sowohl Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner als auch Seniorenbund-Obmann Andreas Khol schlossen eine Obmanndebatte aus. Sowohl Parteichef Michael Spindelegger als auch Generalsekretär Hannes Rauch hätten “gute Arbeit” geleistet, so Khol.

Grüne freuen sich über “großes Vertrauen”

Grünen-Geschäftsführer Stefan Wallner sah das Ergebnis seiner Partei trotz des verfehlten Wahlzieles mit einem “großen lachenden Auge”. Die Grünen hätten flächendeckend dazugewonnen, sagte Wallner vor Journalisten im bereits gut gefüllten Wahlzentrum der Grünen im Wiener Museumsquartier. “Es ist ein großer Vertrauensbonus, der österreichweit den Grünen entgegengebracht worden ist.”

Angespannte Stimmung herrschte dagegen beim BZÖ. Am Vormittag hatte sich Spitzenkandidat Josef Bucher noch zuversichtlich gezeigt. “Ich habe mir noch keine Gedanken über eine Zukunft ohne Politik gemacht”, sagte er bei seiner Stimmabgabe in Kärnten. Angesichts der nun vorliegenden Hochrechnungen, die die Partei nicht mehr im Nationalrat sehen, war am Nachmittag keine offizielle Stellungnahme der Partei zu erhalten.

Team Stronach sieht “großen Erfolg”

Für Team Stronach-Klubobmann Robert Lugar sind die ersten Hochrechnungen “ein großer Erfolg”, obwohl das Team Stronach in den Hochrechnungen nur bei rund sechs Prozent liegt. Das Team Stronach habe sich mehr als verdoppelt, so Lugar gegenüber der APA: “Die Tür ist jetzt offen, wir können jetzt neue Ideen ins Parlament bringen.”

FPÖ stärkste Partei in der Steiermark

Ein politisches Erdbeben zeichnet sich in der Steiermark ab: Die Hochrechnung der ARGE Wahlen sah die FPÖ am Nachmittag als stimmenstärkste Partei im Bundesland – mit rund 26 Prozent deutlich vor SPÖ (23,5) und ÖVP (20). Ein möglicher Grund: Die sogenannte rot-schwarze “Reformpartnerschaft” in der Steiermark hat mit unpopulären Maßnahmen (Stichwort: Gemeindefusionen) zuletzt Wähler wie Parteibasis gegen sich aufgebracht.

(APA)

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