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Splitter vom 13. Februar: Kanadas Regierungschef zahlt für Eintrittskarten

Knapp zwei Drittel der rot-weiß-roten Olympia-Athleten werden von der Österreichischen Sporthilfe unterstützt. 53 der 81 Sportler dürfen sich über Fördermittel freuen, darunter die Adler Gregor Schlierenzauer, Wolfgang Loitzl und Andreas Kofler oder die Rodel-Olympiasieger Andreas und Wolfgang Linger. Bisher holten von der 1972 gegründeten Sporthilfe unterstützte Athleten 81 Olympia-Medaillen.

Kanadas Regierungschef Stephen Harper lässt sich nicht lumpen. Obwohl er einen Olympia-Pass hat, der ihm freien Zugang zu allen Sportstätten sichert, wird er für alle Eintrittskarten aus eigener Tasche blechen. Sein Pressesprecher Dimitri Soudas erklärte: “Für jeden Wettbewerb, den der Premierminister besucht, wird er persönlich zahlen, und zwar jeweils den Preis für das teuerste Ticket, das angeboten wird.” Das Geld geht als Spende an die olympischen oder paralympischen Organisationen des Gastgeberlandes. Und das sind keine kleinen Summen: So haben die Eintrittskarten für die besten Plätze bei der Eröffnungsfeier 1.100 kanadische Dollar (771 Euro) gekostet, beim Eishockey-Finale liegt der Höchstpreis bei 775 Dollar (543 Euro).

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Kurz vor Beginn der Spiele waren noch Tickets für mehrere Veranstaltungen zu haben. Das galt für die Curling-Wettbewerbe und Medaillenzeremonien, und auch bei der Schlussfeier sind noch Plätze frei. Die alpinen Wettkämpfe in Whistler sind ebenfalls noch nicht ausverkauft, aber wegen Transport-Problemen will das OK die Karten zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt nur an Fans vergeben, die bereits vor Ort in den Bergen sind. Wer aus Vancouver anreisen muss, geht leer aus.

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Die Hunderten von Olympia-Mitarbeitern aus der sogenannten “Workforce”, die in den Wettkampfstätten in verschiedenen Funktionen tätig sind, haben sich selbst einen Spitznamen gegeben: “Smurf” – Schlumpf. So sehen sie sich wegen der knallblauen Kleidung: zwei langärmelige T-Shirts, eine Fleece-Weste und eine Jacke in “schlumpfblau” gehören zur Ausrüstung, dazu eine dunkelblaue Hose.

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Die Einwohner Vancouvers waren einen Tag vor Olympia-Beginn in ihrer Stadt uneinig über den Nutzen der Winterspiele. 63 Prozent erwarten einer aktuellen Umfrage der Gesellschaft Angus Reid zufolge, dass die Stadt nach Olympia ein Defizit bewältigen muss. 83 Prozent der Befragten gaben gar an, Olympische Spiele würden nur der Elite der Gesellschaft etwas nutzen. Demgegenüber sagten 73 Prozent, kanadische Athleten machten sie stolz, Kanadier zu sein. 44 Prozent der “Vancouverites” wollen die Partyzonen bei Olympia besuchen und kräftig mitfeiern.

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Die indische Gemeinschaft in Vancouver griff in die Tasche, damit die kleine indische Olympia-Delegation mit einem Rodler und zwei Skifahrern einen guten Eindruck hinterlassen kann. Eine Gruppe von Anwälten finanzierte u.a. Shiva Keshavan einen neuen Schlitten, nachdem der alte kurz vor der Anreise aus Indien in die Brüche gegangen war.

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Nachdem ihr in Winnipeg/Manitoba die Curlingschuhe aus dem Auto gestohlen worden sind, wird der Schweizer Skip Mirjam Ott nun mit Kleidungsstücken geradezu eingedeckt. Nagelneue Schuhe sind aus Ontario in Vancouver eingetroffen, selbst ein kanadischer Minister hat sich mit einem Pullover eingestellt. Der Pulli ist ein Geschenk und zugleich eine Entschuldigung von Eric Robinson, Minister für Kultur, Tourismus und Sport der Provinz Manitoba.

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Sven Kramer, der niederländische Topstar im Eisschnelllauf, sah sich mitten in Vancouver plötzlich von einer großen Traube kanadischer und amerikanischer Fans umringt. Sie hielten Kramer für den ihm sehr ähnlich sehenden kanadischen Eishockey-Star Sidney Crosby. Als er erklärte, er sei nur Sven Kramer, der Eisschnellläufer, sah er die bittere Enttäuschung in ihren Gesichtern.

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Verteidiger Jack Johnson (USA) marschierte als einziger NHL-Profi bei der Eröffnungsfeier in das BC Place Stadium ein. Die NHL bestreitet am Wochenende die letzten Spiele vor der Olympia-Pause, die Spieler treffen erst am Sonntagabend in Vancouver ein. Johnson hingegen erhielt von den LA Kings frei und reiste auf eigene Faust per Mietjet und Mietwagen nach Vancouver und nach der Zeremonie zurück nach Los Angeles. Johnson: “Der Trip kostete mich eine ganze Menge Geld. Aber er war jeden Cent wert.”

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Wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier marschierten rund 20 Pensionisten durch Whistler, um mit Plakaten auf ihre schlechte Altersversorgung hinzuweisen. “Stoppt die Olympischen Spiele. Sichert unsere Renten”, hieß es auf den Plakaten. Die Polizei beendete die Demonstration jedoch schnell. Die Pensionisten zogen friedlich ab.

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