Spaniens Regionen und Banken brauchen mehr Hilfe

Die schwächelnden Banken und hoch verschuldeten Regionen Spaniens entwickeln sich immer mehr zur Achillesferse des Landes. Die nächste Hiobsbotschaft für die Regierung von Ministerpräsident Rajoy kommt aus Katalonien. Zudem schießt der Finanzbedarf des teilverstaatlichten Sparkassen-Konzerns Bankia weiter in die Höhe und bürdet dem klammen Land neue Schulden auf.


Ausgerechnet die reichste autonome Region bat die Zentralregierung am Freitag um rasche Finanzierungshilfe, was an den Finanzmärkten Ängste vor einer Verschärfung der Schuldenkrise auslöste. Kataloniens Präsident Mas richtete einen dramatischen Appell an die Regierung. “Uns ist es egal, wie sie es tun, aber wir müssen Zahlungen tätigen am Monatsende”, mahnte er. “Unsere Wirtschaft kann sich nicht erholen, wenn wir unsere Rechnungen nicht begleichen können.” Investoren befürchten, dass die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone infolge der anhaltenden Belastungen unter den Rettungsschirm flüchten muss.

Außerdem birgt die Rettung von Sparkassen viel politischen Zündstoff. Denn gleichzeitig streicht Rajoy etwa die Ausgaben für Schulen und Krankenhäuser kräftig zusammen. Um die europäischen Defizit-Vorgaben zu erfüllen, plant der Regierungschef Einsparungen von mehr als 45 Milliarden Euro in diesem Jahr.

Bankia, ein Konglomerat aus sieben Instituten, erweist sich mittlerweile als Milliardengrab. Das Haus bittet die Regierung nach Angaben aus Kreisen um weitere 19 Milliarden Euro Hilfen. In den vergangenen Monaten waren über stetig steigende Summen gemutmaßt worden, die Bankia zur Rettung benötigt. 4,5 Milliarden Euro hat die Regierung bereits in die Sparkasse gepumpt. Den zusätzlichen Bedarf hatte Wirtschaftsminister Guindos noch am Mittwoch lediglich mit mindestens neun Milliarden Euro angegeben. Doch nun dürften es deutlich mehr werden – und die Gesamtrechnung auf mehr als 23 Milliarden steigen.

Spanien büßt hart für die Immobilienblase, die seine Konjunktur zum Blühen brachte, aber 2007 und 2008 platzte. Das Land befindet sich mittlerweile in einer zweiten Rezession und leidet unter Arbeitslosigkeit in Rekordhöhe.

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