Sommerzeit: In Österreich nur wenige Gegner

Wenn in der Nacht auf Sonntag wieder an der Uhr gedreht wird, um auf die Sommerzeit umzustellen, sehen das die Österreicher zumeist recht gelassen.

80 Prozent stehen positiv bzw. neutral dazu, lediglich 19 Prozent sehen darin nur Nachteile, wie “market” bereits im Vorjahr erhoben hat. Aber egal, ob man es liebt oder nicht, um 2.00 Uhr springen die Zeiger auf 3.00 Uhr.

Ein Extra-Stündchen “Feierabend”

Erst Ende Oktober werden die gestohlenen 60 Minuten “zurückgezahlt”. Bis dahin werden wir mit einem Extra-Stündchen Abendsonne belohnt. Die Chronometer können bereits vor dem Schlafengehen umgestellt werden, mitten in der Nacht oder Sonntag früh. Besonders Schlaue lassen sich von einer Funkuhr die Arbeit abnehmen. Pünktlich wird das Zeitsignal aus der Nähe von Frankfurt die Zeiger wandern lassen. Möglich macht dies ein Langwellensender mit einer Mindestreichweite von 1.500 Kilometern, der Funkuhren auf den weltweit genauesten Chronometer abstimmt.

Keine Umstellungsmöglichkeit – außer eine gewaltsame und nicht empfehlenswerte – gibt es für Sonnenuhren, da sich unser Gestirn nicht um die Änderung kümmert. Damit die Sonnenuhr dennoch “richtig geht”, muss man beim Ablesen eine Stunde dazuzählen.

Ölkrise 1973 als Auslöser

Eingeführt wurde das Prozedere 1973 in Europa anlässlich der Ölkrise und mit dem Hintergrund, Energie zu sparen. Mit der Zeitverschiebung sollte eine Stunde Tageslicht für Unternehmen und Haushalte gewonnen werden. Frankreich machte damals den Anfang.

Österreich beschloss die Einführung erst 1979 wegen verwaltungstechnischer Probleme und weil man eine verkehrstechnische Harmonisierung mit der Schweiz und Deutschland wünschte. Diese beiden Länder führten die Sommerzeit auch erst 1980 ein.

Wie groß ist der Effekt der Sommerzeit tatsächlich? Laut E-Control hatte die Vorgängerorganisation, der Bundeslastzuteiler, 1980 eine maximale Einsparung von 0,28 Prozent des Jahresverbrauchs berechnet. Dies entsprach beim damaligen Verbrauch 88 GWh (88 Millionen kWh). Seither hat der Stromhunger um den Faktor 1,8 zugenommen, woraus sich für 2005 eine Einsparung von rund 160 GWH oder 80.000 Tonnen CO2 ergibt. Das Donaukraftwerk Ybbs erzeugt pro Jahr etwa 1.400 GWh, das KW Freudenau 1.100 GWh.

(APA)

 

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