Slowake wegen versuchter Diebstähle in Zügen in Salzburg verurteilt

Ein 36-jähriger Slowake, der im Dezember 2010 von der Polizei beim versuchten Diebstahl in einem ÖBB-Zug erwischt worden war, wurde nun zu zwei Monaten Haft verurteilt.

Ein 36-jähriger Slowake soll am 24. November des Vorjahrs im Schlafwagenabteil eines ÖBB-Zuges von Salzburg nach Linz zwei Fahrgäste bestohlen haben. Salzburger Polizisten in Zivil ertappten den Verdächtigen schließlich am 15. Dezember bei zwei versuchten Diebstählen im “Wiener Walzer“. Der Mann, der alles abstritt, wurde am Mittwoch von einer Salzburger Einzelrichterin rechtskräftig zu einer Haftstrafe von zwölf Monaten – zwei davon unbedingt – verurteilt.

Opfer der mutmaßlichen Diebstähle waren schlafende Frauen. Der Angeklagte habe einer Reisenden die Handtasche, die Kreditkarte, den Reisepass und 200 Euro gestohlen, einer anderen Frau 65 Euro, sagte Staatsanwältin Sonja Krünes. “Ein Fahrgast aus Italien hat ihn am 24. November im Zug beobachtet und konnte ihn als Täter identifizieren.” Doch der Gewerbetreibende und Vater von vier Kindern meinte, er könne sich an die Zugfahrt im November nicht mehr erinnern und hätte auch sicherlich nichts genommen. Er wurde von diesen Vorwürfen heute auch freigesprochen.

Am 15. Dezember, als er eigenen Angaben zufolge wieder einmal von einem Verwandtenbesuch in Deutschland mit dem Zug über Landshut, Salzburg und Linz in die Slowakei zurückfuhr, habe er den Schaffner gesucht. “Ich wollte eine Fahrkarte kaufen. Deshalb habe ich in die Sitzabteile der zweiten Klasse geschaut.” Die Polizisten hätten allerdings gesehen, wie er einer Frau Bargeld und einer anderen eine Geldtasche weggenehmen wollte, schilderte die Staatsanwältin.

Richterin Daniela Meniuk-Prossinger glaubte den Polizisten und verurteilte den Slowaken wegen versuchten, gewerbsmäßigen Diebstahls zu zwei Monaten Gefängnis und zehn Monaten auf Bewährung. Erschwerend war, dass der mehrmals vorbestrafte Mann erst im Oktober 2010 in Deutschland wegen Diebstahls zu sechs Monaten auf Bewährung schuldig gesprochen worden war, so die Richterin.

Die Exekutive ging damals von Mittätern aus, konnte aber diesen Verdacht nicht bestätigen. Der angeklagte Slowake wurde mehrmals beim Umsteigen auf dem Salzburger Bahnhof von Videokameras gefilmt, auch am 24. November und 15. Dezember.

Den ÖBB wurden auf der Strecke SalzburgLinz von Jänner bis Ende November 2010 “insgesamt 70 Taschendiebstähle” gemeldet, teilte ÖBBSprecher Michael Wimmer auf Anfrage mit. Seit der Festnahme des Slowaken und der medialen Berichterstattung “ist Ruhe”. Die Zahl der Diebstähle in Zügen und Bahnhöfen ist österreichweit rückläufig: Im Jahr 2008 wurden von insgesamt 208 Millionen Reisenden 2.347 bestohlen, 2009 wurden 1.901 Diebstähle bekannt (beförderte Fahrgäste auf der Schiene: 206 Millionen). “Im Vorjahr waren es eher weniger Diebstähle, es liegen aber noch keine Zahlen vor”, erklärte Wimmer.

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