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Sexmythen unter der Lupe

Bettgeflüster bei Lukas und Maria. Der Mythos, dass Männer keine Gefühle haben oder zeigen sollten, ist für die beiden unsinnig.
Bettgeflüster bei Lukas und Maria. Der Mythos, dass Männer keine Gefühle haben oder zeigen sollten, ist für die beiden unsinnig. ©handout/privat
Schwarzach - Dr. Elia Bragagna klärt für W&W die größten Irrtümer über Ausdauer, Höhepunkt und Ablauf beim Liebesspiel auf.

Männer können und wollen jederzeit. Ein guter Liebhaber bringt eine Frau zum Höhepunkt. Die schönste Nebensache der Welt ist Gegenstand zahlreicher Mythen. Dass diese Sexualmythen uns aber doch das Leben schwer machen, wird meistens außen vor gelassen. „Sexuelle Mythen sind nichts weiter als ein idealisiertes Bild der männlichen und weiblichen Sexualität. Sie spiegeln wider, was die Gesellschaft sich von Mann und Frau erwartet“, erklärt Dr. Elia Bragagna, die in Nenzing aufgewachsene Leiterin der Akademie für sexuelle Gesundheit in Wien. Des Weiteren führt sie aus, dass es sich bei Sexualmythen um kulturelle oder auch religiöse Normen handelt, die bestimmen und vorgeben, wie Sexualität zu sein hat. Dabei versucht jeder Mensch, sich in diesen Normen wiederzufinden und diese auch zu erfüllen. Doch halten wir uns dabei an wahre Muster oder an surreale Vorgaben?

Wahrheit oder Fantasie?

Mythos ist altgriechisch und bedeutet „Rede, sagenhafte Geschichte, Märchen“. Da der Mensch es liebt, Geschichten zu erzählen, werden diese mit jedem Mal weiter ausgeschmückt, bis man ihnen schlussendlich kaum mehr Glauben schenken kann. Sexualmythen sind somit in einer Zeit entstanden sind, in der die Gesellschaft noch andere Werte und Normen hatte. „Gewisse Mythen wurden immer wieder weitergegeben und werden es nach wie vor. Gerade junge und unerfahrene Menschen halten unbewusst an alten Mythen oder gewissen Liebesentwürfen fest“, sagt Dr. Elia Bragagna. Sie erklärt außerdem, dass es wichtig ist, eine innere Sicherheit zum Thema Sexualität zu entwickeln, um Sexualmythen zu hinterfragen und entkräften zu können. „Mythen sollen nicht die Macht haben, unsere individuellsten Verhaltensweisen zu durchdringen und unsere Lust sowie unser Begehren zu kontrollieren“, so die Expertin.

5 männliche Sexualmythen

  1. Ein Mann sollte keine Gefühle haben und auch nicht zeigen – Dr. Elia Bragagna: „Diese Rollenzuschreibung ist fälschlicher Weise nach wie vor präsent.“
  2. Echte Männer haben keine sexuellen Probleme – Dr. Elia Bragagna: „Männer sollen funktionieren. Dieser Mythos löst unglaublich viel Stress und Leistungsdruck auf Männer aus und kann im schlimmsten Fall zu Sexualstörungen führen.“
  3. Beim Sex zählt nur die Leistung und ein Mann, der zeigt, was er kann – Dr. Elia Bragagna: „Viele Männer versuchen diesen Mythos zu erfüllen, weil sie denken, dass es so zu sein hat. Aber ein guter Liebhaber weiß, dass nicht nur Potenz und Ausdauer zählen.“
  4. Männer können und wollen jederzeit – Dr. Elia Bragagna: „Männer werden damit unter ständigen Leistungsdruck gesetzt. Dieser Mythos ist von Grund auf falsch, denn jeder hat sein individuelles sexuelles Verhalten.“
  5. Jede Berührung ist sexuell und sollte zu Sex führen – Dr. Elia Bragagna: „Viele Männer glauben das wirklich. Dabei ist es wichtig, eine Sicherheit aufzubauen und auch Nein sagen zu können.“

5 weibliche Sexualmythen

  1. Die Frau ist beim Sex passiv und folgt dem, was der Mann bestimmt – Dr. Elia Bragagna: „Diesen uralten Mythos gibt es heute noch und er hat zudem noch Wirkung. Viele Frauen geben tatsächlich vor, keine eigenen Bedürfnisse zu haben. Dieser Mythos verstärkt also ein lang überholtes Frauenbild.“
  2. Sex = Geschlechtsverkehr – Dr. Elia Bragagna: „Jede Zärtlichkeit, die Lust auslöst, gehört zum sexuellen Erleben und ist nicht gleich Geschlechtsverkehr. Man kann die Sexualität nicht auf den Geschlechtsverkehr reduzieren.“
  3. Die Frau ist zur Befriedigung des Mannes da – Dr. Elia Bragagna: „Dieser Mythos wirkt heutzutage leider noch sehr. Viele meiner Patientinnen stecken Schmerzen und Lustlosigkeit dem Mann zuliebe weg.“
  4. Den Höhepunkt müssen beide gleichzeitig erreichen – Dr. Elia Bragagna: „Das ist der Grund, warum viele Frauen vortäuschen. In der Realität kommt der gemeinsam erlebte Orgasmus selten vor.“
  5. Eine Frau ist immer bereit und willig – Dr. Elia Bragagna: „Jede zehnte Frau ist lustlos und leidet darunter. Hierbei kommen die verkehrten Rollenzuschreibungen und Klischees aus der Pornoindustrie zum Tragen.“

„Sexualmythen sind bei vielen meiner Patienten präsent“

Dr. Elia Bragagna, Fachliche Leiterin der Akademie für Sexuelle Gesundheit in Wien (aus Nenzing): „Mit dem Thema Sexualmythen werde ich täglich konfrontiert. Die Mehrheit meiner Patienten versucht unbewusst, diese Mythen zu erfüllen und das eigene Verhalten danach zu richten. Diese gewissen Vorgaben sind bei vielen Patienten präsent. Wenn sie beispielsweise nicht erfüllt werden können, kann das einen unheimlichen Druck auslösen sowie die Angst, dass die Partnerschaft zerbrechen könnte.“

Sexmythos: Männer mit Glatze sind potenter

Es war lange Zeit der Trost für Männer mit Haarausfall: Die Behauptung, dass Männer mit Glatze potenter sind, als Männer mit dichtem Haarwuchs. Daraus folgerte man, dass diese dadurch auch länger und öfter Sex haben könnten. Dieser Mythos über Glatzenträger wie Schauspieler Vin Diesel oder Jason Statham hat jedoch keinen Wahrheitsgehalt.

„Mythen sollten hinterfragt werden“

Maria, 22, Dornbirn: „Diese Mythen sollten unbedingt hinterfragt werden. Vor allem gilt dies für junge Teenager, die wenig bis kaum Erfahrung haben und denken, dass gewisse Darstellungen die Realität widerspiegeln. So unterschiedlich wie wir Menschen sind, so unterschiedlich ist auch Sex.“

„Machen Männern Druck“

Lukas, 19, Kennelbach: „Einige Mythen machen Männern Druck. Vor allem da sie meist nur unter sich über Sex reden. Zudem verändert das pornografisch überfüllte Internet die Vorstellung, wie Sex sein sollte.“

(WANN &WO)

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