Semmelweis-Klinik wird zu Musikgymnasium - Währinger Bezirksvorstehung tobt

Auf dem Areal der Semmelweis-Klinik soll eine Musikschule entstehen
Auf dem Areal der Semmelweis-Klinik soll eine Musikschule entstehen © Peter Gugerell/ Wikipedia Commons
Am heutigen Dienstag gaben der zukünftige Direktor Amadeus Vienna und Bürgermeister Michael Häupl das künftige Nutzungskonzept der Semmelweis-Klinik in Währing bekannt. Die Investition ist substantiell - und die Bezirksvorstehung absolut nicht amüsiert.
Streit ist vorprogrammiert
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Bis 2016 soll demnach die Semmelweis-Klinik ins Krankenhaus Nord übersiedeln. Der Pavillon 3 soll zur neuen Musikschule umgebaut werden, in der dann pro Jahr 60 bis 100 Schüler unterrichtet werden. Der Rest des Areal soll an einen Immobilieninvestor verkauft werden. Die Finanzierung der Musikschule wird voraussichtlich ein neuseeländlischer Investor tragen, der in Singapur lebt – beim Arbeitsbesuch von hochrangigen Stadtpolitikern ebendort waren vergangene Woche die letzten Details besprochen worden. Das teilte Jürgen Kremb, der zukünftige Schuldirektor, mit. Die Schule solle demnach als Internat geführt werden und nicht ganz billig sein: Rund 15.000 Euro wird ein Jahr die Eltern der hoffentlich talentierten Schüler kosten. Ohne Internat, versteht sich – dafür wird die selbe Summe noch einmal fällig. 

Gute Nachrichten gab es indes von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou: Das Gelände und vor allem die Grünfläche werden auch künftig frei zugänglich bleiben; die Währinger werden ihren beliebten Park also nicht verlieren.

Währinger Bezirksvorstehung tobt wegen Umbauplänen

Wenig begeistert zeigte sich hingegen der Währinger Bezirksvorstehung, Karl Homole. In einer Aussendung rechnet er in scharfen Worten mit der Stadtregierung ab: “Die heute vorgestellte Nachnutzung des Semmelweis-Areals ist Sinnbild für die fehlende Bürgerbeteiligung und das mangelnde Demokratieverständnis, das in dieser Stadt vorherrscht”. Und weiter: “Ich darf die Vizebürgermeisterin noch einmal daran erinnern, dass vor einem Jahr in der Währinger Bezirksvertretung beschlossen wurde, dass ein Projektkoordinator eingesetzt werden und ein Bürgerbeteiligungsverfahren abgehalten werden sollte. Dieses Begehren wurde von allen Fraktionen unterstützt, also auch von der SPÖ und den Grünen. Der Bezirk ist durchaus gewillt das Vorhaben der Musikschule zu unterstützen, jedoch ist es ein Affront gegenüber der Währinger Bevölkerung, dass diese nun vor vollendete Tatsachen gestellt werde. Eine Einbindung der Anrainer nach der getroffenen Entscheidung für das Privatgymnasium anzukündigen, kann wohl nur als Chuzpe bezeichnet werden. Bürgermeister Häupl ist aufgefordert endlich ein Machtwort zu sprechen um der angeblich für Bürgerbeteiligung zuständigen Stadträtin Einhalt zu gebieten. Derartige Pläne dürfen nicht über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg gefasst werden”, so Homole abschließend. (Red./APA)

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