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Seipel für SPÖ „untragbar“

"Seine Kaiserliche Hoheit" Otto Habsburg &copy APA
"Seine Kaiserliche Hoheit" Otto Habsburg &copy APA
Wirbel um Sager des KHM-Direktors bei Präsentation einer Biografie über Karl I.: „Stehe nicht an, das Oberhaupt der Familie Habsburg als seine Kaiserliche Hoheit begrüßen zu dürfen“.

„Untragbar“ ist der Direktor des Kunsthistorischen Museums (KHM), Wilfried Seipel, aus Sicht der SPÖ. Seipel hatte am Mittwochabend bei der Präsentation einer Biografie über Karl I., der am 3. Oktober selig gesprochen werden soll, Kaiser-Sohn Otto Habsburg als „Kaiserliche Hoheit“ begrüßt. Für SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen ist diese Aussage „skandalös“, wie sie in einer Aussendung betonte. Schon die „große Zeremonie“ wäre Anlass zur Kritik. Dass sich Seipel aber zu dieser Begrüßung verstiegen habe, „setzt dem Ganzen die Krone auf“.

Ort der Buchpräsentation war Seipels KHM. Als Hausherr hat er daher die Begrüßung übernommen und gemeint: „Hier im Kunsthistorischen Museum, jenem Schatzhaus der einstigen kaiserlichen Sammlungen, stehe ich nicht an, das Oberhaupt der Familie Habsburg als seine Kaiserliche Hoheit begrüßen zu dürfen.“

SPÖ-Kultursprecherin will Abschied Seipels

Für Muttonen stellt sich angesichts dieser Aussage die Frage, „ob Seipel ’nur’ verwirrt ist, oder bewusst Entwicklungen in der Geschichte Österreichs auslässt“. Der Museumsdirektor sei nicht in der Lage, die Kunstschätze im Museum ausreichend zu sichern, er sei nicht imstande, Licht ins Dunkel dieser Geschichte zu bringen, er habe lediglich „Slapstick-artige Auftritte“ in Zusammenhang mit den Ermittlungen rund um den Raub der Saliera geliefert, „und nun vergreift er sich auch noch komplett in den Jahrhunderten und begrüßt als Hausherr eines vor allem vom Staat Österreich finanzierten Museums Otto Habsburg bei einem offiziellen Anlass als Seine Kaiserliche Hoheit“, kritisierte sie. Es stelle sich die Frage, wie lange die zuständige Ministerin Elisabeth Gehrer (V) noch gewillt sei, an ihrem „Liebkind Seipel“ festzuhalten und ihre schützende Hand über ihn zu legen.

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