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Sechs Monate nach Elefantenattacke

&copy APA / Abu
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Vor sechs Monaten tötete Abu seinen Pfleger im Tiergarten Schönbrunn. Seitdem ist im Elefantenhaus fast wieder Normalität eingekehrt. Der vierjährige Elefantenbulle wird jetzt von einem schwedischen Experten betreut.

Seit dem Vorfall im Februar wird Abu nur noch im “protected contact” betreut. Denn die Attacke hat eines klar gemacht: Obwohl Abu erst vier Jahre alt ist, verhalte er sich schon wie ein so genannter Halbstarker, so der stellvertretende Tiergartendirektor Harald Schwammer, berichtet ORF On.

“Nach der Attacke weiß der Elefant, wer der Stärkere ist, und damit ist kein direkter Kontakt mehr möglich. Der Elefantenbulle wird nur mehr von außen trainiert”, so Schwammer.


Betreuung über Luken

“Protected contact” bedeutet, dass das Jungtier darauf trainiert wird, selbstständig in die Bullenbox zu gehen. Dort gibt es für den Pfleger die Möglichkeit, über Luken die nötige Betreuung zu erledigen, wodurch er vor etwaigen Angriffen des Tiers geschützt bleibt. Weibchen sind weniger gefährlich und können üblicherweise auch als ausgewachsene Tiere in direkten Kontakt mit Menschen kommen.


Tragischer Unfall beim Baden

Der Unfall hatte sich am 20. Februar gegen 10.40 Uhr während der täglichen “Morgenroutine” in der Bullenbox ereignet. Gerd Kohl, der ein anerkannter Fachmann war und auf der ganzen Welt Schulungen abgehalten hatte, arbeitete seit 1998 mit den Schönbrunner Elefanten. Kohl hatte von Abu immer von seinem “Kind” gesprochen. An jedem Tag lehnte sich das “Kind” wie ein Halbstarker gegen seinen Vater auf – mit tödlichen Folgen.

Abgabe von Abu kein Thema

Eine Abgabe von Abu an einen anderen Zoo war nach dem Unfall kein Thema. Auch würden in wissenschaftlich geführten Zoos keine Tiere “verkauft”, sondern “kostenlos in einem modernen Zuchtmanagement koordiniert weitergegeben”, hieß es damals.

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