Erdbeben in der Türkei: Viele Tote befürchtet

Zahlreiche Häuser stürzten ein.
Zahlreiche Häuser stürzten ein. ©AP
Tote und Verletzte unter Trümmern, Panik auf den Straßen: Bei einem schweren Erdbeben sind am Sonntag im Osten der Türkei dutzende Wohn- und Geschäftshäuser eingestürzt.
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Die Istanbuler Erdbebenwarte Kandilli erwartete mehr als 1.000 Todesopfer nach dem Beben der Stärke 7,2. Das Zentrum des Bebens lag in der östlichen Provinz Van, wie Experten des Institutes im Fernsehen berichteten. Die US-Erdbebenwarte USGS nannte eine Stärke von 7,3, ebenso die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodyamik in Wien.

Das Hauptbeben ereignete sich um 12.41 MESZ. Das Epizentrum lag rund 19 Kilometer östlich der Stadt Van in einer Tiefe von 7,2 Kilometern. Türkische TV-Sender zeigten Bilder von Menschen, die in Panik auf die Straßen rannten und von eingestürzten, mehrstöckigen Gebäuden. Zwischen Schuttbergen und den auf den Straßen verteilten Trümmern hockten Verletzte. Auf Bildern von Überwachungskameras waren Bürogebäude zu sehen, in denen Möbel übereinander stürzten.

Siebenstöckiges Haus eingestürzt

Das Zentrum des Bebens lag unter dem Dorf Tabanli in der Provinz Van. Die schwersten Schäden gab es in der Stadt Ercis, wo nach Regierungsangaben bis zu 30 Gebäude einstürzten. In der Stadt Van selbst hielten etwa zehn Gebäude der Gewalt des Bebens nicht stand. So stürzte auch ein siebenstöckiges Haus ein.

Rettungskräfte gruben am Sonntag mit Schaufeln und Händen nach Überlebenden. Das Büro des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan bestätigte, dass es Tote gab, machte allerdings zunächst keine genauen Angaben. Mindestens 50 Menschen seien ins Krankenhaus in Van gebracht worden. Dort leben rund 380.000 Menschen. Der Krisenstab der türkischen Regierung erklärte, aus dem ganzen Land würden 500 Rettungshelfer und Notärzte in die Provinz Van geflogen.

Die Türkei wird immer wieder von heftigen Erdbeben heimgesucht. In der Provinz Van gab es 1976 ein Erdbeben mit fast 4000 Toten. Das Land lebt in ständiger Angst vor neuen Erdstößen durch die Reibung tektonischer Platten in der Erdkruste. Rund 92 Prozent des 780.000 Quadratkilometer großen Landes liegen auf Erdbebengürteln. Etwa 95 Prozent der Türken leben auf unsicherem Grund, auf dem auch 98 Prozent der Industrieanlagen sowie die wichtigsten Staudämme und Kraftwerke stehen. Fast die Hälfte dieser Staudämme wurde in besonders gefährdeten Gebieten gebaut.

Nachbeben am Sonntagabend

In der Südost-Türkei kommt die Erde nicht zur Ruhe. Nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 7,2, bei dem bis zu 1.000 Tote befürchtet werden, hat sich am heutigen Sonntagabend ein Nachbeben der Stärke 6,1 ereignet. Wie die US-Erdbebenwarte mitteilte, war das Epizentrum sechs Kilometer von der Stadt Van entfernt.Washington. Wenige Stunden zuvor hatte sich in der Nähe von Van ein Erdbeben der Stärke 7,2 ereignet. In der mehr als 1.200 Kilometer östlich von Ankara liegenden Stadt leben rund 380.000 Menschen.

(APA)

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