Schwere Vorwürfe gegen Wiener Ärztin: Abtreibungen zum Billigtarif

Vorwürfe gegen Wiener Ärztin - Pilz: Verletzungen nach Abtreibungen
Vorwürfe gegen Wiener Ärztin - Pilz: Verletzungen nach Abtreibungen ©DPA (Sujet)
Schwere Vorwürfe werden gegen eine Wiener Ärztin erhoben: Die Frau soll in ihrer Praxis jahrelang Schwangerschaftsabbrüche zum Billigtarif angeboten haben.

Nachdem sich sieben Frauen mit den schweren Anschuldigungen an die Patientenanwaltschaft gewandt haben, wird der Fall nun geprüft.  Diese Vorwürfe hat die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz am Donnerstag, den 11. Juli gegenüber Ö1 erhoben. Sie schätzt die Dunkelziffer noch weit höher.

Wiener Ärztin bot Abtreibung zum Billigtarif an

16 Mal sei in den vergangenen vier Jahren vor der Ordination die Rettung vorgefahren. Jedes Mal musste eine bei einem Schwangerschaftsabbruch verletzte Frau ins Krankenhaus gebracht werden, hieß es in dem Radiobericht.

In anderen Einrichtungen komme so etwas so gut wie gar nicht vor, sagte Pilz. “Die Gebärmutter wurde in einigen Fällen durchstoßen. Die Patientinnen haben schwere Blutungen erlitten. Manchen mussten innere Organe entnommen werden und sie sind in der Folge für ihr Leben gezeichnet.”

Schwere Anschuldigung gegen Ärztin

Pilz kritisierte die Ärztekammer, die alles wisse und nichts unternehme. Sie wirft außerdem der beschuldigten Ärztin vor, sie klärte die Patientinnen nicht ausreichend auf und arbeite mit veralteten Methoden. Die Allgemeinmedizinerin, die laut Patientenanwaltschaft für die Eingriffe Gynäkologen beschäftigt und selbst die Narkosen durchführt, schweige zu den Vorwürfen und war auch für das Ö1-Journal nicht erreichbar.

Für die Schließung einer Ordination sei die Magistratsabteilung 40 der Stadt Wien zuständig, wurde Thomas Holzgruber von der Ärztekammer Wien zitiert. Laut der Standesvertretung gebe schon ein Verfahren, in dem es um ein Berufsverbot geht. Der Patientenanwältin geht das zu langsam, sie will Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) bitten, der Ärztekammer die Aufgabe der Qualitätssicherung zu entziehen und diese einer unabhängigen Behörde zu übertragen.

Gegen die Ärztin soll nun Anzeige erhoben werden, berichtete das ORF-Morgenjournal.

(Red./APA)

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