Schulschwänz-Beauftragter in Wiens Schulen unterwegs

Wiens Schulschwänz-Beauftragter Horst Tschaikner ist selber Lehrer.
Wiens Schulschwänz-Beauftragter Horst Tschaikner ist selber Lehrer. ©APA/ Herbert Neubauer
Seit rund zwei Monaten hat Wien einen eigenen Schulschwänz-Beauftragten. Horst Tschaikner war seit seiner Ernennung in vielen Wiener Schulen unterwegs, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. Er weiß: Nicht immer sind es die Schüler, die "stangeln". Gerade vor Ferienbeginn werden sie in vielen Fällen von ihren Eltern regelrecht dazu angestiftet.
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Außerhalb der Hauptsaison in den Urlaub zu fahren, ist in den meisten Fällen günstiger und deswegen wollen viele Eltern ihre Kinder schon einige Tage vor Ferienbeginn aus der Schule nehmen. Urlaub ist aber kein legitimer Grund, um dem Unterricht fernzubleiben – streng genommen handelt es sich in so einem Fall bereits um eine Schulpflichtverletzung.

Es sind also gar nicht immer die Schüler selbst, die die Schule schwänzen wollen, sondern in einigen Fällen stecken die Eltern dahinter. Das weiß auch Horst Tschaikner, Wiens Schulschwänz-Beauftragter, der selber jahrelang als Lehrer tätig war.

Ein Leitfaden soll den Umgang mit Schulschwänzern regeln

Bis zum Herbst soll von ihm ein Leitfaden erarbeitet werden, der den Lehrern den Umgang mit Schulschwänzern – und ihren Eltern- erleichtern soll. Nach den ersten Lokalaugenscheinbesuchen an Wiener Schulen steht für Tschaikner fest, dass auf jeden Fall das Gespräch gesucht werden müsse. Mit Eltern und Lehrern gleichermaßen.

Da das Thema Schulschwänzen an einzelnen Schulen sehr unterschiedlich angegangen werde, solle der Leitfaden Unsicherheiten vermeiden und für Einheitlichkeit in der Stadt sorgen. Aber auch die rechtliche Grundlage, das Schulorganisationsgesetz, wird von Tschaikner kritisiert: Es definiere nicht genau, wann eine Schulpflichtverletzung überhaupt gemeldet werden muss. (APA/ Red.)

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