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Schöni: Nackt übers Lauberhorn

Rainer Schönfelder hat am trainingsfreien Mittwoch in Wengen wieder einmal den Vogel abgeschossen. Auf einem Hang neben der gesperrten Rennpiste wurde der Kärntner beim Nacktfahren gesichtet.

Schönfelder war bei Temperaturen von bis zu 15 Grad lediglich mit seinen jeweils gelben Fischer-Skiern und -Schuhen sowie seinem orange-blauen Helm „bekleidet“.

„Wettschulden sind Ehrenschulden“

Der Pistenflitzer nahm am Mittwochnachmittag Stellung und erklärte den Hintergrund der „Abmachung“. Nach den großen Schmerzen nach seinem Trainingssturz hatte Schönfelders Physiotherapeut eine spezielle Manualtechnik verwendet und gemeint: „Wirst sehen, morgen geht’s dir besser.“ Die Antwort des Kärntners darauf lautete: „Wenn die Schmerzen morgen nachlassen, fahr ich nackert einen Hang runter.“

Schönfelder war dann eine Woche nach seinem schweren Trainingscrash auf der Turracher Höhe wirklich Mittwochfrüh fast ohne Schmerzen aufgewacht. Das Einlösen der „Wette“ hätte nach Absage des Trainings eigentlich weit abseits der Öffentlichkeit stattfinden sollen, doch Schönfelder übersah zu seinem Pech einen österreichischen Fotografen. „Wettschulden sind Ehrenschulden. Da fährt die Eisenbahn drüber“, sagte Schönfelder, der wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, dass er der„bunteste Vogel“ im Weltcup-Zirkus ist.

„Den Fotografen hab ich irgendwie übersehen, es war eine interne Wette und die Aktion war natürlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Ich bin jedenfalls froh, dass die Schmerzen nachgelassen haben und dass es bei der Einlösung meiner Wette nicht kalt war.“

Schönfelder hatte noch am Dienstag eine Abreise aus Wengen in Erwägung gezogen, um sich daheim in Österreich einem medizinischen Check zu unterziehen. Denn alle Heilungsversuche waren bis dahin fehlgeschlagen, die Symptome hatten sich von Tag zu Tag verschlechtert. Doch dann kam die Manualtechnik des Physiotherapeuten. Die Erleichterung des Popstars auf Skiern war dann am Mittwoch deutlich sichtbar.

Pum: „Einen Tag Wohltätigkeitsarbeit“

ÖSV-Alpindirektor Hans Pum lächelte am Mittwoch in Zauchensee zwar auch über die Aktion von Rainer Schönfelder, ungeschoren kommt der Kärntner aber nicht davon: „Nach dieser Blödheit muss er sich für etwas Gutes zur Verfügung stellen, und zwar einen Tag für wohltätige Zwecke – aber angezogen. Er hatte eine rechte Freude mit dieser Aktion, ich habe jetzt eine Freude, weil er nun was machen muss. Vielleicht in einem Altersheim oder mit Kindern.“

Pum weiter: „Er ist ein emotionaler Bursche, aber ein Ehrenmann. Es gefällt mir, dass er Wettschulden einlöst. Er steht zu dem, was er sagt, das war schon immer so.“

Auch Schönfelders Herrenchef Toni Giger nahm die Aktion seines Schützlings mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. „Eine klassische Schönfelder-Aktion. Ich habe persönlich kein Problem mit Nacktheit. Ich denke an keine Strafe, er hat ja nichts Böses gemacht und niemandem wehgetan.“

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