Schlepper-Ring zerschlagen, Österreicher angezeigt

Die italienischen Carabinieri haben mithilfe von österreichischen Ermittlern einen grenzüberschreitenden Menschenhändlerring zerschlagen. Im Rahmen der Operation, die von der Anti-Mafia-Behörde der Stadt Trient koordiniert wurde, sind Ermittlungen gegen 62 Personen in die Wege geleitet worden, darunter fünf Kurden mit österreichischem Pass, teilten die Carabinieri der APA mit.


Die fünf Verdächtigen befinden sich bereits in Österreich im Gefängnis. Die Kriminellenorganisation, der Kurden, Iraker und Nordafrikaner angehörten, soll 1.543 illegale Migranten aus dem Irak per Schiff sowie Lkw in die EU geschleppt haben. Die meisten Bandenmitglieder leben in Italien. Jeder Einwanderer musste rund 13.000 Euro zahlen, um nach Europa gelangen. Nur ein minimaler Anteil jener Kurden, die so nach Europa gelangten, erhielt politisches Asyl. Die meisten Flüchtlinge wurden in den Irak zurückgeschickt.

Die Ermittlungen ergaben, dass die Migranten per Schiff von Griechenland nach Italien gebracht wurden. Hier waren sie vorübergehend in vier Stützpunkten der Kriminellenorganisation in Südtirol und Friaul, in der Lombardei und Emilia Romagna untergebracht. Danach wurden sie weiter in andere Länder geschleppt.

2008 waren am Brenner einige kurdische Migranten und ein irakisch-kurdischer Menschenhändler mit Wohnsitz in Bozen festgenommen worden. Das brachte die Ermittlungen gegen den Schlepperring, an denen auch die deutsche und die griechische Polizei beteiligt waren, auf den Weg.

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