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Schauspieler nach Busfahrt in Wien niedergestochen: Angreifer eingewiesen

Schauspieler Christoph Moosbrugger bei einem Pressetermin nach der Messer-Attacke
Schauspieler Christoph Moosbrugger bei einem Pressetermin nach der Messer-Attacke ©APA
Am 12. November 2012 wurde in Wien-Margareten auf offener Straße der Schauspieler Christoph Moosbrugger (62) niedergestochen. Der Tatverdächtige, ein 36 Jahre alter Mann, ist am Dienstag in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Der Angreifer leidet an einer ausgeprägten Schizophrenie und war infolgedessen nicht in der Lage, das Unrecht seines Handelns einzusehen.
Täter festgenommen
Polizist erkennt Verdächtigen
Hintergründe der Tat unklar
Lungenstich in Margareten

Wäre er als schuldfähig einzustufen gewesen, hätte sich der Betroffene wegen versuchten Mordes an dem Schauspieler im Straflandesgericht zu verantworten gehabt. Mossbrugger hatte sich nach einem Kaufhaus-Besuch in einen Bus der Linie 14A gesetzt, um nach Hause zu gelangen. Dabei nahm er zufällig neben dem 36-Jährigen Platz.

Kontaktaufnahme im 14A

“Er hat mir Fragen zu stellen begonnen”, behauptete der 36-Jährige nun in seiner gerichtlichen Einvernahme. Er habe es “so empfunden, als ob er (Moosbrugger, Anm.) mit mir streiten würde”. Er habe gedacht, “dass er hinter mir her ist”.

Der Schauspieler schilderte demgegenüber, dass ihm sein Sitznachbar rasch merkwürdig vorgekommen sei, weil dieser plötzlich und grundlos einen Arm gehoben habe und ihn in einen eigenartigen Dialog um das Aus- bzw.- Nichtaussteigen aus dem Bus verwickelt hätte.

So kam es zu dem Lungenstich

Als er in der Station Pilgramgasse ausstieg, habe er bemerkt, wie ihm der Unbekannte folgte, erzählte Mossbrugger: “Ich war einigermaßen in Panik. Ich habe mich einigermaßen in Gefahr gefühlt. Ich hab’ mir gedacht, ich darf mich nicht umdrehen um ihm keine Möglichkeit zu geben, mit mir Kontakt aufzunehmen.”

Plötzlich habe er von hinten “einen heftigen Stoß, so als ob ein Radfahrer mich angefahren hätte”, gespürt, berichtete der Mime weiter. Ein “riesiger Schmerz, der sehr gebrannt hat” habe sich breitgemacht. Als er mit einer Hand nach hinten griff, sei diese “voller Blut” gewesen. Als er danach trockene Lippen und einen trockenen Hals bekam, habe er vermutet, alsbald das Bewusstsein zu verlieren: “Ich habe das Gefühl gehabt, zu sterben.” Sein letzter Gedanke habe seinem Hund gegolten, um den sich im Falle seines Ablebens keiner kümmern hätte können: “Ich bin alleinstehend.”

Moosbrugger wurde zum Glück nicht lebensgefährlich verletzt, wie Staatsanwalt Michael Gebhart betonte. Das Klappmesser (Klingenlänge: Neuneinhalb Zentimeter) eröffnete allerdings die Brusthöhle und verletzte die Lunge des Künstlers.

Attacke auf Schauspieler: Blackout

“Ich bin mir bewusst, dass ich etwas Böses getan habe”, stellte der Angreifer fest. Schon als Kind habe er Stimmen gehört und sich bedroht gefühlt. Jetzt nehme er Medikamente, es gehe ihm besser. Er sei dem Schauspieler zu Fuß nachgegangen, weil er ihn zur Rede stellen wollte: “Dann hatte ich eine Nervenkrise. Es war leer in meinem Geist.” Es habe ihn “gestört, dass der mich so hängen gelassen hat”.

An den Stich selbst hatte der 36-Jährige keine Erinnerung: “Als das passiert ist, war bei mir alles ausradiert. Ich hatte ein völliges Blackout.”

Die zeitlich unbefristete Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt ist bereits rechtskräftig. Weder Staatsanwalt noch Verteidiger hatten gegen die Entscheidung des Gerichts Einwände.

(apa/red)

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