Sarkozy gibt Fehler in seiner Amtszeit zu

Der französische Staatspräsident Sarkozy hat am Dienstagabend im Fernsehen eine Reihe von Fehlern in seiner fünfjährigen Amtszeit eingeräumt. Für den Fall seiner Wiederwahl kündigte der Präsident eine strengere Einwanderungspolitik und Steuern für Großunternehmen an. Der sozialistische Präsidentschaftskandidat Hollande, der in Umfragen führt, sprach von einer "persönlichen Rechtfertigungssendung".


In einem teilweise sehr persönlichen Bekenntnis gab Sarkozy im Fernsehsender France 2 zu, dass er im Falle eines weiteren Wahlsieges nicht mehr im Pariser Luxusrestaurant Fouquet’s feiern werde. “Ich habe eine sehr zweischneidige Erinnerung daran: zum einen die riesige Freude, gewählt worden zu sein, und zum anderen das Zerbrechen meiner Familie.” Sarkozys zweite Frau Cécilia Ciganer-Albeniz trennte sich kurz nach der Wahl 2007 von dem heute 57-Jährigen.

Im Fall seiner Wiederwahl werde er mit seiner dritten Frau Carla Bruni-Sarkozy, seinen Kindern “und vielleicht einigen Freunden” feiern: “Diesmal habe ich eine Familie, eine solide Familie.” Der Präsident räumte auch ein, dass der Urlaub direkt nach seinem Wahlsieg auf der Luxusjacht des Unternehmers Vincent Bolloré ein Fehler gewesen sei. Der Versuch, seinem Sohn Jean einen Spitzenposten in der Verwaltung des Pariser Geschäftsviertels La Défense zu verschaffen, sei ebenfalls falsch gewesen.

Es gebe keinen Grund, sein Privatleben so auszubreiten, kritisierte Hollande am Mittwoch im Radiosender Europe 1 den dreistündigen Fernsehauftritt. “Die Franzosen wollen, dass man von ihnen spricht und nicht nur von dem, der ihr nächster Präsident sein will.” Der frühere sozialistische Parteichef warf Sarkozy vor, mit seinen Steuerplänen für die Spitzenunternehmen des Landes zu spät zu kommen. “Die guten Ideen muss man am Anfang der Amtszeit haben, nicht am Ende.” Große Unternehmen wie der Ölkonzern Total zahlen in Frankreich kaum Steuern, was von der linksgerichteten Opposition regelmäßig kritisiert wird.

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