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Salzburger Kindesentführung: Anklage gegen 32-jährige Tirolerin

Nach der spektakulären Kindesentführung im Salzburger Europark im vergangenen Juni erhebt die Innsbrucker Staatsanwaltschaft Anklage gegen die mutmaßliche Entführerin, eine 32-jährige Tirolerin.
Die Anklage war zunächst nicht rechtskräftig, einen Verhandlungstermin gab es vorerst nicht, teilte der zuständige Staatsanwalt Hansjörg Mayr am Montagnachmittag mit.

Die Tirolerin wurde kurze Zeit nach der Tat festgenommen. Sie befindet sich seither in Untersuchungshaft. Ihr drohen auch wegen eines außerdem angeklagten Untreuedeliktes bis zu zehn Jahre Haft.

Die 32-Jährige soll am 9. Juni in dem Einkaufszentrum das drei Monate alte Kleinkind aus dem von der Mutter vor einer Umkleidekabine abgestellten Kinderwagen genommen und es in einen mitgebrachten Maxi-Cosi gesetzt haben. Dem Baby wechselte sie laut Staatsanwaltschaft anschließend die Kleidung und fuhr mit dem Kind zunächst in ihren Wohnort im Bezirk Kufstein. Auf der weiteren Fahrt wurde sie dann in Bayern festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft ging unter Hinweise auf die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens davon aus, dass die Angeklagte zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig gewesen sei. Das Motiv für die Tat dürfte darin liegen, dass die Angeklagte ihren Freunden und ihrer Familie erzählt habe, schwanger zu sein und im April 2010 ihr Kind zu erwarten. Tatsächlich aber hatte die Angeklagte ein Kind verloren und dies ihrer Umgebung verheimlicht.

Gegen die Frau war zum Zeitpunkt der Kindesentziehung bereits ein Ermittlungsverfahren wegen des Verbrechens der Veruntreuung anhängig. Auch diese Ermittlungen seien abgeschlossen. In der Anklage wurde der Angeklagten daher weiters vorgeworfen, zwischen Sommer 2007 und Sommer 2009 Gelder eines früheren Arbeitgebers – “deutlich über 50.000 Euro” – veruntreut zu haben.

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