Salzburg an Luftraumüberwachung für WWF in Schweiz beteiligt

Bei der Luftraumüberwachung des Weltwirtschaftsforums in Davos (Schweiz), bei der auch Salzburger Soldaten beteiligt sind, stehen vor allem Hobbypiloten im Visier der Überwachung.

Rund 1.000 Soldaten und 35 bis 40 Luftfahrzeuge des Bundesheeres sind in die Luftraumsicherungsoperation “Dädalus11” anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos (Schweiz) vom 26. bis 30. Jänner eingebunden. Die Vorbereitungen begannen bereits im November mit der “Erkundung” des Einsatzgebietes in Vorarlberg und Tirol samt Übungsflügen der Eurofighter. Die Flugverbotszone verletzt haben bisher “ausschließlich Hobbypiloten von kleinen Fluggeräten”, schilderte Hauptmann Christian Pucher, Sprecher des Kommandos Luftraumüberwachung in der SalzburgerSchwarzenbergkaserne, im APA-Gespräch.

Die Flugverbotszone erstreckt sich auf den größten Teil Vorarlbergs – ausgenommen ist das Gebiet um Bregenz und Hohenems – und das Grenzgebiet zu Tirol. Der Luftraum ist vom Boden bis zu einer Höhe von 6.248,4 Metern gesperrt, die ausgewiesene Zone ist damit um 305,4 Meter höher als im Vorjahr. “Dadurch bleibt mehr Zeit und Raum für die Überwachung zur Verfügung”, erklärte Pucher. In diese Zone dürften auch keine Heißluftballone fahren oder Paragleiter fliegen. Das Verbot gilt für die Dauer von einigen Stunden vor bis zu einigen Stunden nach dem hochrangigen Treffen aus Wirtschaft und Politik.

Unachtsame Hobbypiloten gelten für die Luftraumüberwacher nach wie vor als die wahrscheinlichsten Störfaktoren. “Von unserer Zielsetzung aus betrachtet geht von ihnen das größte Gefahrenpotenzial aus”, sagte Pucher. Man könne auch nie ausschließen, dass ein Pilot einen Sprengstoff mit an Bord habe und ein Attentat plane, ergänzte Offizierstellvertreter Michael Miller und verwies auf den Terror-Anschlag am 11. September 2001 auf die Twin-Towers in New York.

Um Luftraumverletzungen zu vermeiden, wurden im Vorjahr die Fliegerclubs früher als bisher über das Weltwirtschaftsforum in Davos informiert. “Es hat gewirkt. 2010 kam es zu keiner einzigen Luftraumverletzung. Das ist eigentlich ein Erfolg. Wir haben im Vorfeld alles richtig gemacht”, ist Pucher mit der Info-Kampagne zufrieden. 2004 registrierte das Bundesheer noch an die 50 verbotenen Flüge. Die Palette reichte von Hubschraubern über Sportflieger und Motorseglern bis zu Paragleitern. 2008 flogen noch 16 Hobbypiloten in das “Luftraumbeschränkungsgebiet“, 2009 waren es sechs. “Sie begehen damit eine Verwaltungsübertretung, die von einer Abmahnung bis zum Entzug der Fluglizenz durch die zivile Behörden geahndet wird”, weist Miller auf unangenehme Konsequenzen hin.

Notarzthubschrauber sind von dem Flugverbot ausgenommen. Sie müssen ihren Flug allerdings beim “Air Operation Center” (AOC) in St. Johann im Pongau anmelden. Der große Reiseverkehr in der Luft ist von dem Verbot nicht betroffen, da die ausgewiesene Zone unter der Flughöhe der Jets liegt.

Koordiniert werden die Einsätze der Luftraumüberwachung vom AOC. Dort sitzen Soldaten permanent vor den Radarschirmen, und dort laufen auch alle Informationen zusammen: Von den ortsfesten Radarstationen der “Goldhaube” am Kolomansberg (Salzburg), Steinmandl (Niederösterreich) und auf der Koralpe (Steiermark/Kärnten) bis zu den Meldungen von Grundwehrdienern, die während des Forums in Davos mit Feldstechern kleine Seitentäler auf unerlaubte Flugkörper absuchen. “Von den 1.000 Soldaten sind ein Drittel Grundwehrdiener. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Luftraumsicherung”, betonte Pucher. Die Rekruten steuern beispielsweise Lastwagen, die Feuerleitgeräte der Fliegerabwehr ziehen, stellen Tieffliegererfassungsgeräte auf und halten sie unter permanenter Beobachtung. Sie helfen auch beim Antennenaufbau oder Übermitteln von Fernmeldedaten.

Die 350 Rekruten seien hochmotiviert, weil sie direkt am realen Geschehen mitwirken könnten. Gebe es aufgrund der Reformpläne keine Grundwehrdiener mehr, würde sich das auch auf die Luftraumüberwachung auswirken. “Ein Berufssoldat wird nicht um 300 Euro eine Radaranlage überwachen”, gab Miller zu bedenken. “Die Reformdiskussion lässt keine Soldaten unberührt. Zuerst muss man aber die Funktion und Kernfähigkeit des Militärs definieren und dann erst das System dazu überlegen”, meinte Pucher.

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