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S1: Umweltschützer orten grobe Mängel bei UVP der Wiener Nordostumfahrung

Die UVP zum Bau der S1 wird scharf kritisiert.
Die UVP zum Bau der S1 wird scharf kritisiert. ©APA (Symbolbild)
"Eine ganze Reihe von Mängeln" habe es bei der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die Wiener Nordostumfahrung (S1) gegeben, so Peter Weish, Präsident des Forums Wissenschaft und Umwelt (FWU). Das Projekt ist seiner Meinung nach "nicht zukunftsfähig".
Gute Noten für Umweltverträglichkeit

Wolfgang Rehm, Sprecher der Umweltorganisation VIRUS, forderte Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) gar auf, endgültig die “Reißleine zu ziehen”: “Das Projekt ist ordentlich ins Stolpern geraten.” Insgesamt hat die Plattform aus Global 2000, VIRUS, dem Forum Wissenschaft und Umwelt und der Bürgerinitiative “Rettet die Lobau” bereits 13 Gutachten in das laufende UVP-Verfahren eingebracht. Außerdem habe man Befangenheitsanträge gegen sechs Behördengutachter gestellt, erklärte Rehm.

Überflutungsgefahr im Lobautunnel

Probleme gebe es unter anderem beim Grundwasserstand, der in Zukunft zur Überflutung des Lobautunnels führen könnte. “In diesem Gebiet gibt es in den vergangenen Jahrzehnten einen anhaltenden Trend zur Anhebung des Grundwasserspiegels”, erklärte Hydrogeologe und Grundwasserexperte Josef Lueger. “Das hat man in der Umweltverträglichkeitserklärung einfach schön gerechnet.” Er kritisierte unter anderem das inhomogene Datenmaterial, das bei den Berechnungen herangezogen worden war.

Drei von vier Wannen des Tunnels könnten bei – in diesem Gebiet in der Vergangenheit bereits registrierten – hohen Grundwasserpegeln überschwemmt und somit nicht befahrbar werden. Eine nachträgliche Grundwasserabsenkung, wie von der ASFINAG in der UVP-Prüfung in Betracht gezogen, hält Lueger für “völlig unzulässig”. Denn diese könnte nicht nur Auswirkungen auf die Oberflächengewässer, sondern auch auf den gesamten Nationalpark haben.

Ist Abschnitt der S1 erdbebensicher?

Roman Lahodynsky, Geologe an der Universität für Bodenkultur, kritisierte die Prüfung der Erdbebensicherheit des Projekts: “Sie wurde nicht nach dem neuesten Stand der Technik und der Wissenschaft durchgeführt, geologische Erkenntnisse wurden nicht berücksichtigt.” Neben einem falschen Bemessungsbeben sei auch ein nahes Störungssystem, das Ausgangspunkt eines Erdbebens sein kann, ignoriert worden. Im Falle eines starken Erdbebens rechnet er mit Sprüngen und Rissen in den Tunnelwannen, die auch zur Kontamination des Grundwassers führen könnten.

Umweltverträglichkeitsprüfung kritisiert

Kritik hagelte es auch an der Berechnung der anzunehmenden Luft- und Lärmverschmutzung: Die Gutachter der Behörde hätten nicht ausreichend nachgewiesen, dass alle Grenzwerte eingehalten werden können, wie Aron Vrtala, Sachverständiger für Luftschadstoffe, erklärte. “Ein ‘worst case’-Szenario wurde hier nicht berechnet, somit bleiben große Unsicherheiten”, meinte Vrtala.

Die Umweltverträglichkeitsprüfung bezieht sich unter anderem auf den knapp neun Kilometer langen S1-Südabschnitt, der zum Großteil aus dem unter der Lobau verlaufenden Tunnel bestehen wird. Hier gibt es allerdings noch etwas mehr zeitlichen Spielraum. Denn das aufwendige Teilstück wird nach derzeitigem Stand erst 2018 in Angriff genommen und ab 2025 befahrbar sein.

ASFINAG weist Vorwürfe zurück

Sämtliche Planungen führen anerkannte Experten durch, die den hohen Qualitätsansprüchen der Asfinag gerecht werden”, hieß es am Montag in einer ASFINAG-Aussendung. Das Projekt ziele auf besten Anrainer- und Umweltschutz ab und erfülle “selbstverständlich” alle Anforderungen in punkto Grundwasser-, Hochwasser- sowie Erdbebenschutz. Durch die Lüftung des Lobautunnels sei auch die Einhaltung der Luftschutzgrenzwerte sichergestellt. Gemeinsam mit der Verkehrsentlastung durch die künftigen Wiener Außenring Schnellstraße S1 ergebe das eine “umweltverträgliche Gesamtlösung”, so das Unternehmen. (APA)

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