Russisches Gedenken an Ende des Zweiten Weltkriegs in Wien

Hunderte folgten Einladung russischer Verbände., gedachten am Stephansplatz in Wien.
Hunderte folgten Einladung russischer Verbände., gedachten am Stephansplatz in Wien. ©APA/GEORG HOCHMUTH (Symbolbild)
Das Ende des Zweiten Weltkriegs jährt sich heuer zum 77. Mal. Gedenken an den Jahrestag gab es am Stephansplatz in Wien, hunderte Menschen folgten einer Einladung russischer Verbände.

Am Abend kam es zudem zu einem Marsch mit Porträts von Kriegsveteranen zum Schwarzenbergplatz. Gegen programmatische Reden, mehrsprachige musikalische Darbietungen und Sowjetnostalgie protestierten ukrainische Gegendemonstranten, die ihre russische Gegenüber wiederholt zu übertönen versuchten.

Russlands Botschafter kündigte Kundgebung an

Zur bereits vorvergangene Woche in der Moskauer Tageszeitung "Iswestija" vom russischen Botschafter Dmitri Ljubinski angekündigten Kundgebung waren insbesondere russischsprachige Bewohner Österreichs und befreundete Österreicher gekommen. Manche hielten Porträts mit Verwandten, die in der Roten Armee für die Befreiung Europas vom Faschismus gekämpft hatten. Geschwenkt wurden auch sowjetische und russische Flaggen.

Zu sehen war aber auch ein Plakat, in dem ein "Stoppt die Russophobie" gefordert sowie "Russland ist unser Freund" erklärt wurde. Von einer expliziten Unterstützung des russischen Kriegs in der Ukraine war bei der Kundgebung selbst keine Rede, vereinzelte Demonstranten machten jedoch kein Hehl aus ihrer Unterstützung für die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Darunter war auch eine Russin, die ein "Z", das Symbol der russischen "militärischen Spezialoperation", auf der Bluse trug.

Ukrainische Gegendemonstranten am Stephansplatz in Wien

Eine kleinere Gruppe von Gegendemonstranten mit ukrainischen Flaggen, die sich ebenso am Stephansplatz versammelte hatte, intonierte indes wiederholt Slogans, die unter anderem gegen Putin gerichtet waren. "Die Faschisten der Zukunft werden sich Antifaschisten nennen" stand auf einem Plakat einer Ukrainerin, deren Annäherung an die russische Demonstration von bisweilen überforderten Polizisten verhindert wurde. "Es ist sehr eigenartig, dass in einem europäischen Staat diese sowjetische Symbolik erlaubt bleibt und Russen die Möglichkeit haben, ihren Krieg zu propagandieren", sagte der APA der aus Donezk stammende Künstler Andrij Dostljew.

Vertreter von russischer Kundgebung zogen zum Wiener Schwarzenbergplatz

Im Anschluss an das Konzert zogen nach Polizeiangaben 350 Vertreter der russischen Kundgebung mit Porträts von Kriegsveteranen als "Unsterbliches Regiment" vom Stephansplatz zum Schwarzenbergplatz, in einer Dauerschleife lief dabei ein bekanntes sowjetisches Lied über den "Tag des Sieges". Entlang der Route zeigten sich Passanten teils angesichts von vielen russischen Fahnen verwundert. Vor dem sowjetischen Heldendenkmal kam es schließlich noch zu einer improvisierten Abschlusskundgebung, gegen die erneut ukrainische Aktivisten lauthals protestierten. Beide Demonstrationen lösten sich ohne Zwischenfälle erst nach 22 Uhr auf.

Angemeldet war die russische Veranstaltung am Montag laut Polizeiangaben ausgerechnet von einem Verein namens "Arbeitsgemeinschaft Humanitäre Ukrainehilfe" worden. Vereinspräsident Leo Gabriel sagte der APA am Montag, nichts von dieser Anmeldung zu wissen. Die bekannte pro-russische Aktivistin Jaroslawa Sidorenko alias "Healer", die am Stephansplatz und beim Marsch als formale Veranstalterin auftrat, erklärte der APA am Abend, dass sie die Generalsekretärin der "Ukrainehilfe" sei. Im zentralen Vereinsregister fand sich der Name von Sidorenko jedoch nicht.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 1. Bezirk
  • Russisches Gedenken an Ende des Zweiten Weltkriegs in Wien
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen