Rundgang am neuen Wiener Hauptbahnhof

Faszinierende Ausblicke wird das einzigartige Rautendach bieten.
Faszinierende Ausblicke wird das einzigartige Rautendach bieten. ©vienna.at/Paul Frühauf
Noch müssen sich die Wiener ein Jahr lang gedulden, bis im Herbst 2012 der erste Zug im neuen Hauptbahnhof in Favoriten einfährt. Die riesige Baustelle ist allerdings eine Attraktion an sich! 
Rundgang Hauptbahnhof
Züge fahren in einem Jahr
Entwicklung schreitet voran
Perspektiven vom ”Bahnorama”

Doch trotz der relativ langen Bauzeit – 2006 bis 2015 – nimmt der neue Bahnhof langsam konkrete Formen an. Das weithin sichtbare Rautendach ist bereits montiert, und auch die Bahnsteige sind eigentlich fertig. Sie sind nur noch nicht mit den geschätzten 125.000 Reisenden pro Tag besiedelt, sondern mit Baumaschinen aller Art. Denn fertig ist hier noch lange nichts; noch stehen keine Gebäude und auch die für einen Hauptbahnhof an sich essenziellen Schienen stoppen direkt vor dem Gelände. 

Wiener Hauptbahnhof allein auf weiter Flur

Interessant bei einer Begehung ist vor allem, wie allein der Wiener Hauptbahnhof eigentlich noch steht. Rund 109 Hektar ist das Gelände groß, auf dem der neue Stadtteil ‘BahnhofCity’ errichtet werden soll. Doch zuerst die Bahn-Infrastruktur, dann das Vergnügen. Direkt verschämt nehmen sich neben dem neuen Bahngiganten die Überreste des alten, geschliffenen Südbahnhof aus, von denen noch immer die Züge der Ostbahn verkehren. 

Ein bisschen Wiener Hauptbahnhofsgeschichte

Ganz neu ist die Idee, Wien  einen Durchgangs- statt der vielen Kopfbahnhöfe zu spendieren, ja nicht. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein solcher geplant, das gute, alte Geld machte allerdings immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Weil jedoch scheinbar das ÖBB-Defizit inzwischen schon so außer Kontrolle ist, dass die stramme Milliarde Baukosten (die sich praktisch im Wochentakt nach oben schrauben) auch schon egal sind, wurde nach knapp 150 Jahren Herumplanens damit angefangen. Seit 2007 bestimmen die Bagger das Bild des Areals im 10. Bezirk. 

Los geht’s in einem Jahr

Das traurige Südbahnhof (Ostseiten-) Provisorium wird nicht mehr allzu lang Bestand haben. Schon im Herbst 2012 sollen die Gleisarbeiten abgeschlossen sein; die Züge der Ostbahn werden dann bereits den neuen Bahnhof anfahren. Spätestens dann dürfte sich übrigens weisen, ob ein recht offensichtlicher Planungsfehler wirklich voll zur Geltung kommt: Denn der Verkehrsknotenpunkt Südtiroler Platz, an dem auch die U1 anfährt, liegt doch ein ganz schönes Stück weit weg. Eine Einbindung der U2 ist aus finanziellen Gründen nicht geplant. Hier wird wohl von den Planern des Wiener Hauptbahnhof noch nachgebessert werden müssen. 

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