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Rund 3.000 Gäste beim Akademikerball in der Wiener Hofburg

Zahlreiche Gäste verbrachten eine rauschende Ballnacht.
Zahlreiche Gäste verbrachten eine rauschende Ballnacht. ©APA/FPÖ/FPÖ/MIKE RANZ
Am Freitag fand in den Räumlichkeiten der Wiener Hofburg der umstrittene Akademikerball statt. Rund 3.000 Gäste besuchten das Spektakel, darunter auch Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der im Rahmen der Eröffnungsrede scharfe Kritik an "linksradikalen Demonstranten" äußerte.
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Das Who-is-who des rechten Polit-Spektrums hat sich wieder in der Hofburg zum Tanz getroffen. Der Akademikerball Freitagabend war gespickt mit freiheitlicher Prominenz, Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hielt die Eröffnungsrede. Die Gegendemonstration in der Wiener Innenstadt fiel diesmal überschaubarer aus als in den Vorjahren. Rund 1.600 Personen protestierten bei Minusgraden.

Den Ball selbst besuchten laut Veranstalter rund 3.000 Gäste, die Eröffnungsrede hielt unter anderem Strache, der die “linksradikalen Demonstranten” kritisierte. Außerdem sprach er die Diskussion um die Äußerungen von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) zur Menschenrechtskonvention an: Es sei Pflicht, Gesetze, die es verunmöglichen, Asylwerber außer Landes zu bringen, zu ändern.

Auch AfD-Politiker beim Ball in der Hofburg

Auf der Festbühne hatten zuvor zahlreiche Ehrengäste Platz genommen. Neben Strache selbst gaben sich auch Sozialministerin Beate Hartinger Klein, die dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller sowie die Klubobleute Walter Rosenkranz und Johann Gudenus die Ehre. Auch FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker, der oberösterreichische Landesrat Elmar Podgorschek, Wiens Vizebürgermeister Dominik Nepp und die nicht-amtsführende Wiener Stadträtin Ursula Stenzel waren unter den Ehrengästen.

Ebenfalls am Ball gesichtet wurde – wie schon im Vorjahr – der Chef der Identitären Bewegung Österreichs, Martin Sellner. Auch Vertreter der rechten deutschen Partei AfD waren in der Hofburg, darunter Nikolaus Kramer, Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und der AfD-Bundestags-Abgeordnete Enrico Komnig.

Willi Gabalier: “In alle Richtungen tolerant”

Als Stargast hatte die FPÖ einen echten Gabalier verpflichtet: Willi Gabalier, Bruder des selbst ernannten “Volksrock’n’Rollers” Andreas und bekannt durch die ORF-Sendung “Dancing Stars”, tanzte die Mitternachtseinlage. Er war laut eigener Aussage zum ersten Mal am Akademikerball zu Gast. Man müsse “in alle Richtungen tolerant” sein, meinte er zur APA. Er selbst sei zwar kein Burschenschafter, aber er habe viele Freunde bei Burschenschaften.

Strache thematisierte bei Eröffnungrede die Asylgesetzgebung

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat den Akademikerball offiziell eröffnet. Er dankte den Ballgästen für ihre langjährige Treue und kritisierte die “linksradikalen Demonstranten”. Auch sprach er die Diskussion um die Äußerungen von Innenminister Herbert Kickl zur Menschenrechtskonvention an: Es sei Pflicht, Gesetze, die es verunmöglichen, Asylwerber außer Landes zu bringen, zu ändern.

Ohne Kickl direkt zu erwähnen, thematisierte Strache die Diskussion der letzten Tage: Man habe die “Verantwortung, die österreichische Bevölkerung zu schützen und die Sicherheit zu gewähren, dass wir nicht zusätzliche Kriminelle und Straftäter nach Österreich importieren”, sagte er unter großem Applaus der Ballgäste.

Es gebe Gesetze, die es heute nicht zulassen, “Asylwerber oder Asylanten , die hier straffällig werden”, abzuschieben. “Das ist ein Umstand, der in einer Gesellschaft, die etwas auf sich hält, nichts verloren hat”, so Strache. “Es ist daher nicht nur unser Recht, sondern unsere Pflicht, diese Gesetze abzuändern und alles nötige dafür tun, solche Menschen außer Landes zu bringen”, sagte er.

Dank an Ballgäste ausgesprochen

Den Ballgästen dankte der Vizekanzler für deren Treue: Damit sei es heuer der “bestbesuchte Ball seit über 10 Jahren”. Die Gäste hätten sich auch vom Widerstand der Demonstranten nicht abhalten lassen – das sei es, was Korporierte auszeichne: Diese würden für ihre Überzeugungen einstehen – “und zwar ohne Wenn und Aber”. “Ich danke daher allen, die diesem nationalfreiheitlichen Lager immer die Treue gehalten haben. Treue ist nichts verwerfliches. Dank Ihrer Treue sind wir heute so stark”, so der Vizekanzler an die Besucher.

An den Demonstranten übte Strache scharfe Kritik. “Linksradikale” hätten “all die Jahre hinweg” versucht, “mit undemokratischen Mitteln, den Ball zu stören”. Diese “linksradikalen Demonstranten” würden versuchen, die Stadt lahmzulegen und Chaos zu verursachen. “Das sind die Schuldigen, die auch beim Namen zu nennen sind.”

Scharfe Kritik an Demonstranten

Selbstverständlich habe niemand etwas gegen friedliche Demonstrationen, betonte Strache. “Aber wir erinnern uns nur allzu gut an die Bilder gewalttätiger Linksextremisten, die in den letzten Jahren Ballgäste tätlich angegriffen haben. All das hat uns nicht aufgehalten, all das kann uns nicht aufhalten, all das bestärkt und bestätigt uns nur in unserem Tun”, gab er sich überzeugt.

Zuvor wurde vom emeritierten Universitätsprofessor Horst Kisch die Festrede gehalten, auch Ballorganisator Udo Guggenbichler trat ans Rednerpult. Er betonte, dass die FPÖ die Tradition des (ehemaligen) WKR-Balles hochhalte. Die hohe Besucheranzahl nahm er als Bestätigung: “Das zeigt, dass wir das Recht haben, in der Hofburg zu tanzen.”

(APA/Red)

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