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Rund 100 "Grätzl-Polizisten" ab August in mehreren Wiener Bezirken im Einsatz

100 "freigespielte" Beamte sollen als "Grätzl-Polizisten" ab August tätig sein
100 "freigespielte" Beamte sollen als "Grätzl-Polizisten" ab August tätig sein ©APA (Sujet)
Nach der ersten Ankündigung einer Ausweitung des “Community-Polizei”-Pilotprojekts auf mehrere Wiener Bezirke wurde nun bekannt gegeben, dass der Einsatz der "Grätzl-Polizisten" bereits Anfang August beginnen soll.
Community-Policing
Projektstart in Wien

Als Ansprechpartner für die Wiener Bevölkerung soll ab 1. August der Probebetrieb in den Bezirken Meidling, Hietzing, Ottakring, Hernals, Währing, Döbling, Donaustadt und Liesing gestartet werden, eine Ausweitung auf den gesamten Wiener Raum ist für 2017 vorgesehen.

Pro Polizeiinspektion sollen ein bis zwei Grätzl-Beamte

In den 14 Stadtpolizeikommanden kümmert sich zudem jeweils ein “Sicherheitskoordinator” um die Anliegen der Bevölkerung. Die eigens für diese neuen Funktionen abgestellten Beamten sollen auch den Kontakt etwa mit Bezirksverantwortlichen suchen. Pro Polizeiinspektion sollen ein bis zwei Grätzl-Beamte Dienst versehen. Sie wurden von anderen Aufgaben “freigespielt”, wie Landespolizei-Vizepräsident Karl Mahrer erläuterte. Damit stehen sie quasi exklusiv den Bewohnern aus der Nachbarschaft zur Verfügung, um Hinweise oder Anregungen entgegenzunehmen. Mit der Initiative – die im Rahmen der Aktion “Gemeinsam Sicher” umgesetzt wird – solle die Kommunikation mit den Menschen in der Stadt verbessert werden, betonte der Polizei-Vizechef.

Sicherheitsgefühl verbessern und Ansprechpartner für alle sein

Die Wiener können sich etwa an “ihren” Polizisten wenden, wenn sie sich in bestimmten Gegenden unsicher fühlen – etwa weil dort die Beleuchtung in der Nacht als nicht ausreichend empfunden wird. Zu sagen, dass dort noch nie etwas passiert sei, reiche nicht. Man müsse versuchen, etwa in Kooperation mit der Stadt, das Sicherheitsgefühl dort zu verbessern, umriss Mahrer das Ziel. Insgesamt rund 100 Polizisten sollen letztendlich in dieser Funktion tätig sein. Die Grätzl-Polizisten und die Sicherheitskoordinatoren seien Ansprechpartner für alle, wurde beteuert: “Es soll sich jeder als Sicherheitsbürger fühlen”, bekräftigte Mahrer. Der Begriff war zuletzt umstritten, Kritiker orteten etwa “Denunziantentum”. Was jedenfalls gewünscht ist, wie betont wurde: Dass sich die Kontaktbeamten mit Verantwortlichen von Grätzl-Einrichtungen wie Wiener Wohnen, Einkaufsstraßen oder Kleingartensiedlungen vernetzen.

Häupl: Subjektives Sicherheitsgefühl stärken

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) lobte die Maßnahme als “guten, richtigen und wichtigen Schritt”. Sowohl Mahrer als auch Häupl verwiesen darauf, dass die Kriminalität zwar rein statistisch betrachtet zurückgehe, es jedoch trotzdem nötig sei, auch das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken. Landtagspräsident Harry Kopietz (SPÖ) verwies auf die Ergebnisse einer zuletzt durchgeführten Befragung. Das Sicherheitsgefühl sei zwar höher als in anderen vergleichbaren Städten, man könne hier aber sehr wohl “nachjustieren”, wie er befand.

(APA/Red.)

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