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Rückkehr der Sahara-Touristen

Die neun Deutschen, vier Schweizer und der Niederländer landeten am Mittwoch in der Früh um 07.22 Uhr mit einer Bundeswehrmaschine in Köln.

Die freigelassenen Sahara-Geiseln verließen den Bundeswehr-Airbus und stiegen in einen Bus um, der sie zu einem nahe gelegenen Hotel brachte. Dort warteten ihre Angehörigen auf sie. Die ehemaligen Geiseln seien gesund, sagte der Staatssekretär im deutschen Außenministerium, Jürgen Chrobog, nach der Landung in Köln. Er war mit den Touristen in der Nacht aus Mali zurückgeflogen. „Auch mental sind alle in guter Verfassung“, sagte Chrobog.

Die Geiseln seien bei der Rückkehr „entspannt und fröhlich und euphorisch“ gewesen, so Chrobog. Er appellierte an die Öffentlichkeit, den neun Deutschen, vier Schweizern und einem Niederländer Zeit zu lassen, die Erlebnisse zu verarbeiten. Zu möglichen Gegenleistungen an die Entführer für die Freilassung wollte Chrobog nicht Stellung nehmen.

Zuletzt seien die Geiseln im Nordwesten Malis „sehr weit weg“ von der Stadt Gao festgehalten worden, sagte der deutsche Diplomat. Von ihrem Versteck aus seien sie in einer „sehr strapaziösen Reise“ über 500 Kilometer Wüstenpiste nach Gao gebracht worden, von wo aus sie am Dienstag in die Hauptstadt Bamako weitergeflogen waren. Chrobog räumte ein, dass sich die Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln immer wieder in „sehr schwierigen Phasen“ befunden hätten, „vor allem in den ersten Monaten in Algerien“.

Eine Gefangene, die 46 Jahre alte Augsburgerin Michaela Spitzer, starb laut Chrobog am 28. Juni zu einer Zeit der ausgesprochen schwierigen Versorgung mit Wasser an einem Hitzschlag. Dass die Verpflegungssituation sich einen Tag später wieder verbessert habe, sei natürlich besonders tragisch. Spitzer sei im Kreis der anderen Geiseln gestorben. Es sei bekannt, wo die Leiche liege, und es werde versucht, sie nach Deutschland zu überführen.

Die Touristen waren vor einem halben Jahr in Algerien verschleppt worden. „Wir wurden nicht misshandelt, aber es gab Perioden der Anspannung und der Angst“, hatte der Schweizer Marc Hediger vor dem Abflug in Mali gesagt. Die Männer und Frauen waren von radikalislamischen Geiselnehmern im algerischen Teil der Sahara am 22. Februar und am 8. März gemeinsam mit anderen Europäern verschleppt worden.

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