Rotes Kreuz warnt vor „Kommerzialisierung des Sozialen“

Blutversorgung: RK befürchtet "Zusammenbruch durch Kommerzialisierung"
Blutversorgung: RK befürchtet "Zusammenbruch durch Kommerzialisierung" ©bilderbox.at
Gemeinnützige Dienstleistungen wie das Rettungs- und Blutspendewesen würden durch zunehmende Kommerzialisierung verschlechtert, in Extremfällen käme es gar zu einem Zusammenbruch der Versorgung. Ein düsteres Zukunftsbild malte der Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, Wolfgang Kopetzky, beim Europäischen Forum Alpbach am Dienstag.

Bei „öffentlichen, gemeinwohlorientierten Aufgaben funktioniert der Marktmechanismus häufig schlecht“, so Kopetzky. Grundsätzlich sei nichts gegen die Erbringung öffentlicher Aufgaben durch Private einzuwenden, und „schon gar nichts gegen ihre kosteneffiziente Bereitstellung“, so der Generalsekretär weiter. Aber „der Erfolg einer Privatisierungsmaßnahme muss am Gemeinwohl gemessen werden, nicht am wirtschaftlichen Erfolg eines privaten Auftragnehmers.“ 

Internationale Beispiele würden zeigen, dass selbst bei so selbstverständlichen Dienstleistungen wie Rettungsdienst und Blutversorgung eine Kommerzialisierung zu einer wesentlichen Verschlechterung bis hin zum Zusammenbruch der Versorgung führen würde.

2004 hat die Europäische Kommission die Nationalstaaten aufgefordert, Kriterien für Dienstleistungen von allgemeinem Interesse zu erarbeiten. „Wie bei allen größeren Reformvorhaben in Österreich ist aber auch hier von einschlägigen Aktivitäten bisher nichts bekannt“, so der ÖRK-Generalsekretär. „Nicht erst die Wirtschaftskrise hat die Rückkehr zur Normalität der Ungleichheit eingeläutet“, sagt Kopetzky. „Umso wichtiger ist es, diese nicht auch noch durch die Kommerzialisierung im Bereich der Daseinsvorsorge zu befördern.“

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