Rektor Engl fordert finanziellen Spielraum für die Universität Wien

Wirtschaftlich sei die Universität Wien gesund, allerdings sei ein finanzieller Spielraum nötig, so Rektor Engl am Mittwoch.
Wirtschaftlich sei die Universität Wien gesund, allerdings sei ein finanzieller Spielraum nötig, so Rektor Engl am Mittwoch. ©APA
Die Bilanz der Universität Wien ist laut Rektor Heinz Engl über die drei vergangenen Jahre hinweg ausgeglichen. Gleichzeit brauche man aber einen neuen "finanziellen Spielraum" zur Verbesserung der Betreuungsverhältnisse und für Investitionen in die Forschungsinfrastruktur. Ein besonderes Problem stelle das betreuungsverhältnis dar, denn auf einen Professor kommen 266 Studierende.
Wo müssen Studiengebühren gezahlt werden?

Probleme ortete Engl vor allem bei der Betreuung der Studenten. “Wir sind nicht vermessen, uns mit dem MIT (Massachussetts Institute of Technology, Anm.) oder Harvard zu vergleichen, das ist eine andere Liga. Aber wir können und sollten uns mit der Uni Zürich und der Uni München vergleichen.” An der Uni Wien betrage das Betreuungsverhältnis Professor zu Studierenden derzeit eins zu 266, während die Uni München mit eins zu 58 und die Uni Zürich mit eins zu 50 durchaus auf internationale Standards komme. Ähnlich sieht es beim Budget pro Student aus: Die Uni Wien verzeichne hier 5.068 Euro pro Student, die Uni München 8.816 Euro und die Uni Zürich 22.323 Euro.

Universität Wien will an München herankommen

Als Ziel formulierte Engl, bei der Betreuung zumindest “in Richtung Züricher oder Münchner Verhältnisse zu kommen”. Berücksichtige man nicht nur Professoren, sondern sämtliche Lehrende, bedeute das eine Verbesserung des Betreuungsverhältnisses von etwa eins zu 80 auf eins zu 40. “Das wird nicht in der nächsten Leistungsvereinbarungsperiode möglich sein”, konzedierte er – eine Verbesserung auf eins zu 60 wäre aber drin.

Auch bei der Forschungsinfrastruktur müsse laut Engl nachgebessert werden. Bei Berufungsverfahren in ausstattungsintensiven Fächern merke man immer wieder, dass dort weniger das Einkommen, sondern die Infrastrukturausstattung der Knackpunkt sei. “Es gelingen schon noch gute Berufungen, aber wir sind an der Grenze.”

Budget der Uni Wien

Beim Budget erzielte die Uni Wien 2011 mit rund 510 Mio. Euro erstmals Umsatzerlöse jenseits der 500 Mio. Euro. Dabei sank der Anteil der Bundesfinanzierung: Der Anteil des Globalbudgets (inklusive der Kostenersätze für die Studiengebühren) lag mit 412 Mio. Euro bei nur mehr 80,9 Prozent (2010: 82,2 Prozent). Demgegenüber stieg der Anteil der Drittmittel an den Umsatzerlösen auf fast zwölf Prozent. Insgesamt steigerte die Uni ihre Drittmitteleinnahmen seit 2009 von 58 auf über 71 Mio. Euro, wesentlichen Anteil daran hatten 2011 drei “Grants” des European Research Council. Auch ohne Drittmittel-Steigerung könne die Uni Wien laut Engl positiv bilanzieren – allerdings würde dann ein Großteil der Forschung nicht passieren. Insgesamt seien rund 20 bis 25 Prozent aller Forscher aus Drittmitteln angestellt.

Engl würde sich wünschen, dass die Uni Eigentümerin ihrer Gebäude würde. Dies sei aber “keine realistische Forderung”. Derzeit fließe ein hoher Anteil des Budgets sofort weiter an die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Gebäudeeignerin. Der Campus im Alten AKH gehöre hingegen der Uni, “was ein gewisser Vorteil ist”. Insgesamt verfüge die Uni derzeit über 60 Standorte in Wien. Dies bedürfe “mittelfristig einer Konzentration”, die derzeit in Planung bzw. etwa mit den neuen Gebäuden für Informatik und Publizistik bzw. Mathematik und Wirtschaftswissenschaften derzeit realisiert werde. (APA)

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