Raub und Mordversuch in NÖ: Familie bei Home Invasion brutal misshandelt

Die Täter misshandelten die Familie und flüchteten mit dem Pkw eines Opfers.
Die Täter misshandelten die Familie und flüchteten mit dem Pkw eines Opfers. ©LPD NÖ
Im August des Vorjahres wurde eine Familie in ihrem Wohnhaus im Bezirk Wiener Neustadt brutal überfallen, schwer misshandelt und ausgeraubt. Nach umfangreichen Ermittlungen konnte die Polizei nun die fünf Täter ausforschen, alle Männer befinden sich in Haft.
Bilder vom Tatort

Drei vorerst unbekannte, maskierte Täter drangen am 20. August 2017, gegen 03.00 Uhr, in ein Wohnhaus im Gemeindegebiet von Schwarzenbach ein, gingen zum Schlafzimmer, stürzten sich auf einen schlafenden 58-jährigen Mann und misshandelten diesen mit Faustschlägen und Tritten. Trotz Gegenwehr konnte er sich den Attacken nicht entziehen.

Familie bei Home Invasion in NÖ brutal misshandelt

Danach fesselten die Täter das Opfer und verklebten sein ganzes Gesicht mit Klebeband. Anschließend durchsuchten die Täter das Haus und drangen in ein weiteres Schlafzimmer ein, wo die 55-jährige Gattin und die 80-jährige Mutter des 58-Jährigen schliefen. Die Täter stürzten sich auf die beiden Frauen, misshandelten sie und zerrten sie brutal in das Schlafzimmer des 58-Jährigen. Dort wurden die beiden ebenfalls gefesselt und geknebelt.

Während ein Täter laufend auf die drei Opfer aufpasste und diese fortlaufend misshandelte, raubten die beiden anderen Bargeld und Silbermünzen aus einem Tresor. Bevor die Täter vom Tatort flüchteten, überschütteten sie alle Opfer mit Speiseöl und Kfz-Frostschutz – mutmaßlich, um Spuren zu verwischen -, wodurch diese in extreme Panik verfielen, da sie Angst hatten, angezündet  zu werden. Danach wurden die drei Opfer in dem Zimmer eingeschlossen und die Täter flüchteten mit dem Pkw des 58-Jährigen in unbekannte Richtung.

Räuber flüchteten mit Pkw des Opfers

Nachdem die Täter vom Tatort geflüchtet waren, konnte sich der 58-Jährige dürftig von seiner Fesselung befreien, stürzte sich aus dem ersten Stock ins Freie und holte verletzt Hilfe von einem Nachbarn. Die drei Opfer wurden beim Raubüberfall schwer verletzt und in den umliegenden Krankenhäusern versorgt. Sie leiden noch immer unter den traumatischen Folgen der brutalen Tat.

Eine sofort eingeleitete Alarmfahndung verlief negativ. Im Zuge der Fahndung, unter Einbindung der ungarischen Polizeibehörden, konnte das Fluchtfahrzeug in Ungarn, im Raum Csorna, auf einem freien Feld ausgebrannt aufgefunden werden. Die Gesamtschadenssumme beläuft sich auf einen niedrigen sechsstelligen Eurobetrag.

Mordversuch und Home Invasion geklärt

Durch intensive Ermittlungen vom Landeskriminalamt Niederösterreich Raub, in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt, dem ungarischen Verbindungsbeamten beim deutschen Bundeskriminalamt, dem österreichischen Verbindungsbeamten in Budapest, sowie der Kriminalpolizei Györ, Pest und Miskolc, konnte eine verdächtige, dreiköpfige Tätergruppe ausgeforscht werden.

Die drei beschuldigten ungarischen Staatsbürger im Alter von 36, 43 und 44 Jahren befinden sich seit Jänner 2018 aufgrund einer Einbruchserie in Ungarn in der Justizanstalt Miskolc (Ungarn) in Untersuchungshaft und wurden von Bediensteten des Landeskriminalamtes Niederösterreich zum Sachverhalt vernommen. Sie zeigten sich geständig und nannten weiters einen 32-jährigen und einen 45-jährigen ungarischen Staatsbürger als Mittäter.

Zwei weitere Männer an Raubüberfall beteiligt

Gegen die drei bereits in Haft befindlichen Beschuldigten wurde von der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt ein EU-Haftbefehl erlassen. Sie befinden sich zurzeit in Budapest in Auslieferungshaft. Der 32-jährige Beschuldigte wurde am 4. April 2018 aufgrund eines EU-Haftbefehles in Ungarn festgenommen, am 20. April 2018 nach Österreich ausgeliefert und in die Justizanstalt Wr. Neustadt eingeliefert. Er zeigte sich geständig, an der Tat beteiligt gewesen zu sein.

Der 45-jährige ungarische Staatsbürger konnte am 3. Mai 2018 aufgrund eines EU-Haftbefehles in Ungarn festgenommen werden. Er wurde am 7. Juni 2018 nach Österreich ausgeliefert und über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt in die dortige Justizanstalt eingeliefert.

“Sehr gefährliche kriminelle Gruppierung” gefasst

Der Fall zeige, wie wichtig grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei, betonte Peter Goldgruber, Generalsekretär im Innenministerium, bei der Pressekonferenz. Es sei eine “sehr gefährliche kriminelle Gruppierung” gefasst worden, sagte Peter Moricz vom Polizeipräsidium des Komitats Györ-Moson-Sopron.

Andreas Holzer vom Bundeskriminalamt wies darauf hin, dass es im vergangenen Jahr 18 Fälle von Home Invasion in Österreich, vorwiegend im Osten der Republik, gegeben habe. Etwa die Hälfte sei geklärt worden. 2018 lägen bisher zehn derartige Raubüberfälle vor. Vorerst zwei seien geklärt.

(Red)

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