Rarität im Hochgebirge: Schnee

Bregenz -  Deutlich weniger Schnee als im langjährigen Mittel fiel hingegen am Arlberg. Mit rund 80 Zentimetern wurden die durchschnittlichen maximalen Höhen von 125 Zentimetern deutlich unterschritten. Die relativ gesehen sonnigste Region im Winter war Feldkirch mit 270 Sonnenstunden.
Aktueller Schneebericht

Und um den 19. Februar lag selbst im sonst so schneereichen Langen am Arlberg keine geschlossene Decke mehr. Auch im Hochgebirge machte sich der Schnee im Hochwinter eher rar. Erst Ende Februar sorgte eine anhaltende Nord- bis Nordwestströmung für Schneefälle zwischen Arlberg und den Hohen Tauern.

 

Österreichs Regenmengen

Über den gesamten Winter ergaben sich für weite Teile Österreichs unterdurchschnittliche Regenmengen. In einem weiten Bogen vom Innviertel über Wien und das Nordburgenland bis nach Süden ins Murtal lagen die Niederschlagssummen zwischen 40 und 80 Prozent des vieljährigen Mittels. In weiten Teilen von Kärnten, Tirol und Vorarlberg wurden durchschnittliche Niederschlagsmengen gemessen. Der Dezember war dominiert von Süd- und Südwestwetterlagen, während im Jänner und Februar Nord- und Nordwestwetterlagen überwogen. Eine dieser Nordwestwetterlagen brachte um den 13. Jänner im Nordstau rekordverdächtige Regenmengen. In Kössen (Tirol) fielen binnen 48 Stunden 161 Millimeter, in Mondsee wurde mit knapp 89 Millimeter ein neuer Bestwert für Jänner erreicht.

Neben den Starkniederschlagsereignissen kam es aber auch zu ausgeprägten Trockenperioden. So wurde in Innsbruck über 24 Tage (27. Jänner bis 19. Februar) kein Niederschlag registriert. Die allgemein regenärmste Region im Winter fand sich in Niederösterreich: In Langenlois fielen zwischen Anfang Dezember und Ende Februar nur 24 Millimeter.

 

Sonnenstunden

Am absolut längsten zeigte sich die Sonne am Schöckl (Steiermark) mit 386 Stunden. Allgemein wurden in Österreich verbreitet zwischen 90 und 110 Prozent der durchschnittlichen Sonnenscheindauer erreicht.

 

Abgelaufenes Jahrzehnt war das bisher wärmste und sonnigste

Das angelaufene Jahrzehnt (2001 bis 2010) war in Österreich das bisher wärmste und sonnigste. Dies geht aus den geprüften und homogenisierten ZAMG-HISTALP-Werten hervor, berichtete heute, Freitag, die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

“Mit einer positiven Temperaturabweichung von 1,2 Grad Celsius im Vergleich zum Mittel (1901 bis 2000) war das abgelaufene Dezennium das wärmste seit dem Beginn der instrumentellen Messungen im Jahr 1767”, so ZAMG-Klimaforscher Reinhard Böhm. Damit sei die positive Anomalie etwa doppelt so stark ausgeprägt wie im globalen Mittel.

Längere Sonnenscheindauer

Den Grund für die deutliche Erwärmung sehen die Klimaforscher in einer längeren Sonnenscheindauer. In den Tal- und Beckenlagen konnten sich die Menschen in den vergangenen zehn Jahren über neun Prozent mehr Sonne als im Mittel 1901- 2000 freuen. Auf den Bergen war es sogar noch ein Prozent mehr.

Die größten Temperaturabweichungen des Dezenniums findet man zwischen April und August. Während der August mit fast zwei Grad die größte positive Abweichung aufweist, hebt sich der September vom vieljährigen Mittel kaum ab. “Damit lässt sich auch erklären, warum viele Menschen das Gefühl haben, dass der Herbst als Übergangsjahreszeit verschwindet, da auf einen deutlich zu warmen August der “relativ” kühle September folgt”, erläutert Böhm.

Spannend sei auch die Tatsache, dass sowohl der August als auch der September die einzigen beiden Monate in Tallagen sind, in welchen keine Zunahme der Sonnenscheindauer registriert wurde. Dies lässt laut dem Experten auf eine zunehmend warm-feuchte Witterung im August schließen.

Niederschlags-Unterschiede

Beim Niederschlag gibt es erfahrungsgemäß große regionale und saisonale Unterschiede. Einheitlich war (2001 bis 2010) nur die Abnahme in den Wintermonaten zwischen Dezember und Februar, sowie ein deutliches Plus im August. Und während sich die Niederschläge zum Mittel 1901-2000 von Vorarlberg bis in die Obersteiermark und Oberkärnten kaum verändert haben, findet sich in Nordösterreich zwischen Salzburg und Eisenstadt ein deutliches Plus von 7,5 Prozent. Ein markantes Minus von 6,7 Prozent weist hingegen der Südosten auf.

Die Talfahrt des Luftdrucks hat im Vorjahr ihren bisherigen Tiefpunkt erreicht, auch im gesamten Dezennium lag er in Lagen unter 700 Metern deutlich unter dem Durchschnitt von 1901-2000. Somit fand in eine Entkoppelung von Luftdruck und Temperatur statt.

Offenbar folgt der Einfluss der großräumigen Zirkulation auf die regionale Klimaentwicklung nicht immer dem einfachen Schema: Hoher Luftdruck – viel Sonnenschein – hohe Temperatur. Hingegen sei die Luftdruckzunahme abseits von Städten und Tälern ein ganz klares Zeichen der Erwärmung, betont Böhm. Sie wird durch die thermische Ausdehnung der zwischen den Tal- und den Bergobservatorien liegenden Luftschicht verursacht.

 

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