Rakhat Aliyev in Wien verhaftet: Kasachischer Ex-Botschafter stellte sich

Kasachischer Ex-Botschafter Aliyev in Wien verhaftet
Kasachischer Ex-Botschafter Aliyev in Wien verhaftet ©APA
Der kasachische Ex-Botschafter, Rakhat Aliyev (Shoraz), der des Mordes und der Folter verdächtigt wird, ist am Donnerstagabend in Wien von der Polizei verhaftet worden.

Aliyev habe sich “freiwillig” gestellt weil er “kooperieren” wollte, teilte sein Rechtsvertreter Manfred Ainedter der APA in der Nacht auf Freitag mit. Die Staatsanwaltschaft Wien war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. Der Haftbefehl sei am 19. Mai diesen Jahres unter anderem wegen “Fluchtgefahr” erlassen worden, sagte Ainedter unter Verweis auf das entsprechende Dokument. Aliyev sei nun nach Österreich gereist, um sich den Behörden “freiwillig” zu stellen, betonte er weiter. In den kommenden Tagen soll nun über eine Untersuchungshaft entschieden werden, so Ainedter.

Aliyev in Wien verhaftet

Der Sprecher des Innenministeriums Karl-Heinz Grundböck wollte die Festnahme Aliyevs nicht bestätigen. Er verwies an die Staatsanwaltschaft Wien, die für die Causa zuständig sei. Diese war für die APA in der Nacht auf Freitag vorerst nicht erreichbar.

Der Fall Aliyev beschäftigt die österreichische Justiz und Politik seit Jahren. 2002 kam der damalige Schwiegersohn des autoritären Präsidenten Nursultan Nasarbajew als Botschafter nach Österreich. Anfang 2007 fiel Aliyev bei Nasarbajew in Ungnade. Die kasachische Justiz verlangt seine Auslieferung wegen der Entführung zweier – später tot aufgefundenen – Bankmanager, die aber von Österreich zwei Mal aufgrund der Menschenrechtslage in der Ex-Sowjetrepublik abgelehnt wird. Im Juli 2011 leitet die österreichische Ermittlungen gegen Aliyev wegen Mordes ein, seitdem lebte der Ex-Botschafter unter dem Namen seiner Frau, Shoraz, in Malta.

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(APA)

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