Räumung der "Pizzeria Anarchia": Erste Bewohner festgenommen

Bis 19 Uhr konnten drei Besetzer der "Pizzeria Anarchia" verhaftet werden.
Bis 19 Uhr konnten drei Besetzer der "Pizzeria Anarchia" verhaftet werden. ©APA
Am späten Montagnachmittag ist die Räumung der besetzten "Pizzeria Anarchia" in Wien-Leopoldstadt angelaufen. Nach rund neun Stunden konnten die Einsatzkräfte drei Festnahmen von Besetzern des Hauses verbuchen.
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Punk-Demo gegen Räumung
Haus wird am Montag geräumt
Räumung in der Mühlfeldgasse

Gegen 9.30 Uhr startete das Großaufgebot der Wiener Polizei mit der Räumung des besetzten Hauses (“Pizzeria Anarchia” in der Mühlfeldgasse 12, gegen 18.30 Uhr konnten die ersten Bewohner in Begleitung von Polizeibeamten aus dem Gebäude gebracht werden. Der Exekutive, mit Riesenaufgebot seit Vormittag im Einsatz, war es zuvor gelungen, auch in das dritte und somit oberste Stockwerk vorzudringen.

Drei Festnahmen nach Räumung der “Pizzeria Anarchia”

Vorerst wurden ein Mann und zwei Frauen nach draußen begleitet, die von einer Handvoll in der nahegelegenen Heinestraße verbliebener Sympathisanten mit den Worten “Eins, zwei drei, lasst die Leute frei!” begrüßt wurden. Man werde nun Wohnung für Wohnung räumen, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger zur APA. Die Aktion verlief zunächst äußerst friedlich.

Der Räumungseinsatz beschäftigt die Polizei seit dem Vormittag. Die Aktivisten, die sich im Haus verschanzt hatten, leisteten mit massiven Barrikaden Widerstand gegen die gerichtlich angeordnete Räumung. Nach stundenlangem langsamen Weiterkommen konnte die Exekutive schließlich Schritt für Schritt bis in das letzte Stockwerk vordringen.

Zwölf Festnahmen von Sympathisanten

Zuvor waren bereits zwölf Personen festgenommen wurden – laut Sprecher wegen Missachtung des verhängten Platzverbots, aggressiven Verhaltens oder Anstandsverletzung. Zum Abtransport des Sperrmülls, mit dem die Besetzer offenbar seit Tagen den Eingangs- und Stiegenbereich des Hauses versperrt hatten, wurde ein Spezialtrupp der MA 48 abgestellt. Vorläufig wurden rund 70 Kubikmeter Müll und 18 Kubikmeter Eisen weggeschafft, hieß es.

Die Wiener Grünen übten indes scharfe Kritik am Polizeieinsatz. “Man muss sich leider nicht zum ersten Mal die Frage stellen, wie kompetent der Wiener Polizeipräsident (Gerhard Pürstl, Anm.) eigentlich ist”, meinte Gemeinderat Klaus Werner-Lobo zur APA. Denn “absurde Polizeieinsätze” häuften sich in Wien in letzter Zeit.

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