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Queen ohne Freddy: Es ist nicht das Gleiche

© APA
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Blitz und Donnerschläge. Und dann auch noch Regen! Queen und Paul Rodgers gastierten im Rahmen ihrer "The Cosmos Rocks-Tour" in Wien, und der Himmel weinte - freilich nur als Animation auf der gut 100 Quadratmeter großen Glitzer-Funkel-Vidiwall.

Einige Meteoritenschauer später haben die jung gebliebenen, längst heilig gesprochenen Alt-Herren gestern, Allerheiligen (nona), in der rappelvollen Stadthalle die Sterne vom Himmel geholt, um 140 Minuten später allen vorgefassten Meinungen zum Trotz nichts als Begeisterung zu hinterlassen – Starmania im besten Sinn des Wortes.

Man muss festhalten: Queen und Queen & Paul Rodgers sind zwei Paar Schuhe. Nicht jeder Sting-Fan mag The Police, nicht jeder David Byrne-Anhänger steht zwangsläufig auf die Talking Heads. Somit ist das aktuelle Album “The Cosmos Rocks” (EMI) nicht als Fortsetzung des Queen-Katalogs, sondern als Debüt einer neuen Band zu sehen. Wem das missfällt, der musste nur fünf Nummern live ertragen. Auch sei vermerkt: Mr. Rodgers hat als Sänger von Free und Bad Company eine bewegte Vergangenheit. Wem das schnurz ist, dem war es unbenommen, während dreier Stücke für Biernachschub oder -abfluss zu sorgen.

Der Rest des Abends aber war der Werkschau einer Band gewidmet, die mit rund 30 Hits fast dazu verdammt ist, sattsam bekannte Songs auch bei der x-ten Darbietung frisch und knusprig klingen zu lassen. Und so klangen “Fat Bottomed Girls”, “Radio Ga Ga” oder “We Will Rock You” auch, eingebettet in eine wuchtige Bühnenshow mit peppigen Animationen und sehbehinderungsfreundlicher Live-Übertragung auf die Leinwand.

Als sich im intimen Mittelteil der Show Brian May mit Akustikgitarre und Roger Taylor mit Mini-Tambourin auf die kleine B-Bühne dicht ans Publikum setzten, um den Schunkler “’39” zu spielen (beim München-Konzert mit Trachtenhut samt Gamsbart am Kopf als “a Volkslied” angekündigt), dann war das nicht nur ein Blick zurück auf die ersten Seiten des dicken Queen-Geschichtsbuch, sondern auch feinste, schnörkellose Handarbeit als ko(s)misches Schmankerl. Oder wenn Taylor per Schlagzeugsticks auf einem E-Kontrabass “Under Pressure” und “Another One Bites The Dust” spielte, um darauf das beste Schlagzeug-Solo seiner Karriere folgen zu lassen: Beginnend mit Basstrommel wurde Stück für Stück das gesamte Drum-Kit aufgebaut, die zuerst minimalistische Einlage wucherte zur fast schon dekadenten Demonstration aus. Schlussendlich thronte Taylor, seit jeher mit Frontman-Ambitionen ausgestattet, ganz vorne und spielte sein “I’m In Love With My Car”, sein “A Kind Of Magic”, sein “Say It’s Not True”.

Brian May, Doktor der Astronomie, ließ den Kosmos standesgemäß nicht minder rocken: Jamie Moses als Co-Gitarrist ermöglichte ihm so manch verlängerten saitenweisen Ausflug bei den einzelnen Nummern, seine Riffs und Licks fetzte er mit seiner Selbstbauklampfe wie eh und je messerscharf durch die Halle. “Love Of My Life”, unter heftigem Jubel Freddie Mercury gewidmet, wurde von May mit dem Donauwalzer von “Johann Strauß The Younger” einbegleitet. Das traditionelle Solo leitete über zu einem wirklichen Kleinod: Mercury in einer Montage auf der Vidiwall sang das eher unbekannte “Bijou”. Und noch ein zweites Mal erschien der verstorbene Sänger auf der Bildfläche, als er in Form des “Queen Rocks Montreal”-Mitschnitts mit “Bohemian Rhapsody” den sentimentalen Schlusspunkt des offiziellen Programms setzte.

Besser konnte es ohne Freddie Mercury nicht sein, denn Paul Rodgers ist schließlich derjenige, der Queen live erst ermöglicht. Nie erhob er den Anspruch, im Mittelpunkt der Darbietung zu stehen, er unterließ jeden Versuch, Mercury nahezukommen, bewegt er sich mit seinem Blues-Gesang doch in einem völlig anderen Kosmos. Er wusste, dass der Abend zu 99,9 Prozent Queen und deren Fans gehörte. Ob es aber ein Wiedersehen geben wird, steht wohl in den Sternen.

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